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2. Damit die Andern desto schlechter raiso. nirten? Ich würde doch, wenn einmal raisonirt wird, das bessere Raisonnement dem schlechtern porziehn; denn das Raisoniren bleibt dod; in keit nem Falle aus. Können Sie wohl vorher wissen, was aus dem Menschen, der jeßt mit dem Posten eines Unter-Richters zufrieden seyn würde, mit der Zeit werden kann.

B. Wenn er sich durch seinen Kopf und durch seine Geschidlichkeit in Geschäften einpor gehoben hat, so kann er das Versäumte in der Folge nacholen.

2. Dazu würde ich nicht rathen. Wer sich durch seinen kopf in die Höhe gebracht hat, glaubt auch an diesem genug zu haben. Deswegen ist es gut, daß ein jeder wenigstens des Staatsrecht studirt; allein ich gehe jeßt weiter. Sehn Sie nur, welchen treuen Schüler Sie an mir gezogen haben. Eben deßmegen, weil, wie Sie selbst ber haupten, die Philosophie allein nicht hinreicht, will ich auch, daß der wichtige Mann mit allen den Stenntnissen ausgerüstet sen, welche Schlözer zum Staatsmanne erfordert. Diese Wissenschaften müssen aber nicht das Monopolium des Udels oder derer seyn, welche sich besonders den Staatsges (chäften widmen.

B. Sollten Sie nicht von dem bloßen Unis Dersitätsgelchrten zu viel fordern?

2, In Deutschland muß man von den Inis versitäten Alles fordern. Das, was Deutschland besonders eigen ist, besteht eben in dem großen Einflusse der Universitäten auf die Regierung. Vielleicht liegt der Grund, weswegen die Deuto schen zwar langsam, aber sicher im Guten fort: sáreiten,' eben in der wissenschaftlichen Behand, lung der Regierungsgeschäfte. Deßwegen lassen wir uns nidt so leicht durch unbestimmte Begriffe irre leiten, und man dürfte vielleicht nur die Geschichte unsrer Universitäten z. B. Don Leipzig, Halle, Jena und Görtingen studieren, um daraus die Veränderungen, welche in den verschiedenen deutschen Staaten vorgefallen sind, zu erklären. Shomasius dürfte in der Brandenburgischen Geschichte eine größere Rolle spielen, als mancher berühmte Feldherr, ' und Pütter ist vielleicht in dem deutschen Reiche eine wichtigere Person, als mancher Reichsgeneralfeldmarschall..

B. Der Einfluß der Gelehrten ist wohl nir: gends zu leugnen. Aber darin stedt eben der Un: terschied zwischen Deutschland und andern Staaten, daß nicht jeder Schriftsteller, und wenn er auch der Liebling der Nation wäre, in Deutschland so schnelle Wirkungen hervorbringen kann, als ander:

wärts, wenn er nicht durch das Mittel der Universitäten wirkt. Ehehin war freylich dieses nodi sichtbarer; denn da wurde Nichts von Wichtigkeit unternommen, ohne vorher der theologischen und der juristischen Fakultät der Landesakademie ein Gutachten abgefordert zu haben. Dieser Wirkungs. kreis der Universitäten ist jegt verinindert, weil man vorausseßt, daß der bloße Theoretiker von Staatsangelegenheiten nicht urtheilen könne. Auch haben in einigen deutschen Landen die Juristens fakultäten nicht mehr das Ansehn des obersten Se: richtshofes, doch ist im Ganzen der Einfluß der Universitäten noch immer wichtig genug, und es ist zweifelhaft, ob man nicht die alte Mode, die Universitäten über wichtige Angelegenheiten zu be: fragen, wieder einführen, die Universitäten selbst aber mit geübten Practifern beseßen sollte.

2. Wenn man frenlich die große Menge der deutschen Staaten erwägt, so kann man wohl vor: ausseßen, daß man eher vorzügliche Männer auf den Universitäten als in den Geheimenrathsfolle: gien finden könnte, und man sollte daher auch ben der Belegung der Professuren auf Siesen Umstand mehr Rüksidit nehmen.

B. Freylidh muß das Ansehen der Universitäten verloren gehn, wenn man einem Menschen dem man gern helfen wollte, eine Professur gibt,

weil man ihn anderwärts nicht zu brauchen weiß. Schlőzer, welcher so viel auf Deutschland gewirtt hat, ist Professor, und unsre Hauptuniversitäten können, wenn sie bei der Lehrs und Schreibefreie heit geschäßt werden, zum Besten Deutschlands mehr wirken, als die Landesstände, deren Intero esse nur gar zu oft, von dem Interesse derer, welche sie vertreten sollen, verschieden ist.

3 weites Gesp r å ch. 2. Also glauben Sie nicht, daß ursprünglich alle Menschen auf alle Sachen gleidhe Redste haben?

B. Gleiche Rechte haben sie, aber gleich wenige.

2. Gleich wenige und gleich viele. Gleich wenige; denn keiner hat ein ausschließendes Recht:

gleich viele; denn alle haben das Recht die gemeinschaftliche Sache zu gebrauchen und zu be: nugen. Die Erde ist des Herrn, und 21 [es, was auf und in ihr ist, ist, wie Schlőzer) behauptet, eine Sade, die allen gehört, wiewohl nur zum augenblidlichen Ber dürfniß. Das Recht des ersten Finders ist kein erweisliches Naturs, sondern ein

') In seiner Metapolitit §. II.

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künftiges nothwendiges Positiv: Redt. Der, so mühsam eine Reihe von Bäumen pflanzte, sie künstlich in einander flodt, und sich eine lustige Hütte daraus bils Dete, - der so ein Grundstü & durch Um. mülen tragbar madh te u., klebte zwar seine Arbeit und seine Kunst, unstreitig einen Theil seines Eigenthums, an die Bäume und an

das Grundstüd: aber durfte er das, ehe andere, deren gemein: Id aftliches Eigenthum vorher die Bäume und das Grundstü – waren, sich ihres Mit:Rechts darauf verziehen hatten?

B. Das, liebster Freund, ist eine harte Rede, wer kann sie hören! So werde ich also auch wohl den Apfel, den id, auf einer Insel finde, wo noch kein Staat und keine positiven Geseke existiren, nicht eher eisen dürfen, als bis ich die Einwilligung des

ganzen menschlichen Geschlechts zu Verbrau: chung dieser gemeinschaftlichen Gadhe erhalten habe?

2. Das gehört, init zu der augenblidlidjen Benutzung der Insel, daß Sie sich die Früdste, die darauf wachsen, zueignen.

3. Dahin würde es also auch wohl gehören, wenn ich üste von den Bäumen hiebe, um mic eine Sommerlaube dapon zu bauen?

2. Das sollt' ich auch meinen.

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