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sicht auf den Charakter dieses Buches; sie zweckentsprechend zu ziehen war mein Bemühen. Englisch-amerikanische Zeitschriftenaufsätze verzeichnen die Fünfjahrsbände von Poole’s Index to Periodical Literature, dessen erster Teil (in dritter Ausgabe) die Jahre 1802-1882 umspannt; Aufsätze, die in Sammelbänden von Essays, in Kollektivveröffentlichungen gelehrter und literarischer Gesellschaften etc. enthalten sind, verzeichnet (für das englische Sprachgebiet) The American Library Association Index: an Index to General Literature, ed. by Will. J. Fletcher. Second Edition, brought down to Jan. 1, 1900. Boston & New York, 1901. Eine allgemeine (nicht auf englisches Sprachgebiet beschränkte) Bibliographie von Büchern und wissenschaftlichen Artikeln bieten die Jahresbände: «Übersicht über die im Jahre (-) auf dem Gebiete der englischen Philologie erschienenen Bücher, Schriften und Aufsätze: Supplementheft zur Anglia», (z. Z. bearbeitet von A. Petri); letztes Berichtsjahr 1901 (erschienen 1907); über die Erscheinungen der Jahre 1902 ff. orientieren inzwischen die regelmäßigen Listen (neuer Bücher) des Beiblattes zur Anglia.

Bei englischen Büchern wolle man berücksichtigen, daß buchhändlerisch ein Unterschied zwischen Reprints (Impressions) und Editions gemacht wird. Da bloße Neudrucke auf dem Titel häufig nicht als solche bezeichnet sind, ist die Jahreszahl, die sie tragen, mit dem wirklichen Erscheinungsjahr des Werkes nicht identisch. Soweit es mir möglich war, zu letzterem vorzudringen, habe ich (in der Bibliographie der Biographien und literarischen Studien) vorgezogen, dieses Jahr zu verzeichnen.

Eine Bibliographie allgemeiner englischer Literaturgeschichten, in denen die hier vertretenen viktorianischen Dichter mitbehandelt sind, liegt außerhalb des Rahmens dieses Buches. Von Werken, die sich auf das moderne Gebiet beschränken, sei hier jedoch wenigstens eine Auswahl genannt: Henry A. Beers, A History of English Romanticism in the Nine

teenth Century (1902). R. Kassner, Die Mystik, die Künstler und das Leben. Über eng

lische Dichter und Maler im 19. Jahrhundert (1900). Mrs. Oliphant and F. R. Oliphant, The Victorian Age of English

Literature. In 2 vols. (1892). F. H. Pughe, Führende Dichter im Zeitalter der Königin Victoria

(1904). G. Saintsbury, A History of Nineteenth Century Literature

(1896 u. 7.). G. Sarrazin, Poètes modernes de l'Angleterre (1885).

La Renaissance de la poésie anglaise (1889).

Amy Sharp, Victorian Poets (1891).
R. Shindler, On Certain Aspects of Recent English Literature (1902).
E. Sieper, Das Evangelium der Schönheit in der englischen Lite-

ratur und Kunst des 19. Jahrhunderts (1903).
E. C. Stedman, Victorian Poets (13. Ed. 1887).
H. Walker, The Age of Tennyson (1897).

S. 25,

An Druckfehlern habe ich bemerkt:
Str.

3,
z.

3 «wo» für „we”. S. 188, Z. 7 ist in «led» beim Reindruck das 1 abgesprungen, viel

leicht nicht in allen Exemplaren. In der Bibliographie E. Barrett Browning's ist die Leipziger Disser

tation: V. Dye, «Die Beziehungen von E. B. Br.'s Leben zu ihrer Dichtkunst" (1905) nachzutragen, bei Tennyson das soeben erschienene Buch: T's. Sprache und Stil, von R. Dyboski (1907).

Pfingsten 1907

VORWORT.

Die ie Viktorianische Dichtung in ihren größten Ver

tretern durch eine hinreichend umfängliche Auswahl den deutschen Verehrern englischer Poesie näher zu bringen, ist sicher kein überflüssiges Unternehmen. Sie ist weiteren Kreisen bei uns merkwürdig lange verhältnismäßig fremd geblieben und ist es zum Teile auch heute noch. Jahrzehntelang wurde sie außerhalb Englands literaturgeschichtlich als Epigonenpoesie abgestempelt, und die von Handbuch zu Handbuch fortgeschleppte Meinung, die Blütezeit der modernen englischen Dichtung sei mit dem Tode Byrons und Walter Scotts zu Ende gegangen, ist noch immer nicht völlig ausgestorben. Solange unzureichender Fernabstand von der verwirrenden Fülle der Eindrücke noch nicht gestattete, die großen zusammenhängenden Linien der Entwicklung zu erfassen, konnte sich tatsächlich das Todesjahr W. Scotts vorübergehend wie eine Grenzscheide ausnehmen; heute, wo das Werk aller großen Dichter der darauf folgenden zwei Generationen abgeschlossen vor uns liegt, ist es unverkennbar, daß die englische Dichtung des ganzen 19. Jahrhunderts einem ununterbrochenen Gebirgszuge derselben geologischen Formation vergleichbar ist, dessen Hochgipfel sich gleichmäßig auf seine ganze Ausdehnung verteilen. Er beginnt mit Coleridge und Wordsworth und endet für unseren Blick mit Swinburne. Zwei Einsattelungen, die chronologisch überraschend klar und plastisch in Erscheinung treten, gliedern ihn in drei Gruppen. Die der

Frühromantiker füllt die ersten drei Jahrzehnte: 1821 starb Keats, 1822 Shelley, 1824 Byron, 1832 Scott, 1834 Coleridge; nur Wordsworth lebte als Dichterpatriarch noch bis 1850 unter der neuen Generation, deren Auftreten in das vierte Jahrzehnt fällt: 1830—32 erschienen Tennysons Poems, 1833 R. Brownings Pauline und 1835 sein bezeichnenderer Paracelsus, 1838 E. Barretts erste vollgewichtige Sammlung. _Im sechsten und siebenten Jahrzehnt, als die Größe Tennysons und der beiden Brownings bereits weithin sichtbar geworden war, trat die letzte chronologische Gruppe hervor, die der Präraphaeliten, deren Schaffen fortan neben der späteren Dichtung Tennysons und Brownings das Jahrhundert bis zu seinem Ende ausfüllt: nach den ersten Verheisungen einer neuen Kunst im “Germ” 1850 und “Oxford and Cambridge Magazine” 1856 folgten rasch aufeinander die ersten Bände von Morris (1858), Swinburne (1860), Christina Rossetti (1862), während der Führer dieser Kunstbewegung, D. G. Rossetti, erst 1870 eine Sammlung seiner Gedichte veranstaltete. Die in ihrer Art ziemlich isolierte Poesie M. Arnolds, die hauptsächlich zwischen die Jahre 1849 und 1867 fällt, schließt sich chronologisch am füglichsten der mittleren Periode an.

Nichts veranschaulicht den organischen Zusammenhang dieser drei Generationen eindrucksvoller als die Erscheinung, wie dieselben künstlerischen Strömungen nach kurzem Rücklauf oder Abbiegen die gleiche Richtung einschlagen, unvollkommen zu Ausdruck gelangte oder vorzeitige Bestrebungen abermals einsetzen, scheinbar erstorbene Keime zum zweiten Male mit stärkerer Lebenskraft treiben. Tennyson und Rossetti setzen gewisse Linien von Keats fort, ohne seine Nachahmer zu sein, jeder in selbständiger, abweichender Richtung und mit so ausgeprägter Individualität, daß man weder von Variation noch von Ableitung sprechen kann. Die Illusionsdichtung der romantischen Geistermystik, die Coleridge

im Ancient Mariner und in Christabel zuerst zur Kunst erhoben hatte, wird mit geringerem Erfolge von E. Barrett im Lay of the Brown Rosary fortgeführt und feiert neue Triumphe in Morris' Blue Closet und Rossettis Sister Helen. Von Byrons Cain und Shelleys Prometheus Unbound spinnen sich geistige Fäden zu Swinburnes Atalanta, von W. Scott zu Morris. Vielfach gehen die Entwicklungslinien bis auf die Vorboten der Romantik zurück: die Renaissance der Borderballade erstreckt sich von Percys Tagen bis in die Dichtung der Präraphaeliten, die Keime nordisch-germanischer Sagendichtung, die Gray in der englischen Literatur zuerst gestreut hatte, kommen erst in “Sigurd the Volsung” zur Blüte. Wo immer man literarischen Zusammenhängen in Stilrichtungen, Stofflinien und künstlerischen Tendenzen nachgehen mag, tritt die Unmöglichkeit zutage, die Viktorianische Dichtung von der Frühromantik durch einen Schnitt zu trennen.

Über dem Verbindenden und Anklingenden kann gleichwohl die Eigenart der drei Zeitabschnitte des 19. Jahrhunderts und die künstlerische Individualität der einzelnen Dichter nicht übersehen werden. Sie ist so ausgeprägt, daß selbst die zeitgenössischen Gruppen keine Stileinheit bilden; größere Gegensätze als Shelley und Scott in der ersten, Tennyson und Browning in der zweiten, Morris und Swinburne in der dritten Gruppe sind kaum denkbar. Auf ihrem Eigenwerte und ihrer schöpferischen Selbständigkeit beruht der Anspruch der Viktorianischen großen Dichter, Fortführer und nicht Epigonen der neuen Kunstrichtung zu heißen, deren kühne Linien in den Lyrical Ballads (1798) von Wordsworth und Coleridge zum ersten Male aus dem nur von wenigen Erhebungen unterbrochenen dichterischen Flachlande des 18. Jahrhunderts aufsteigen.

Sucht man für das Wesen dieser Kunst einen einheitlichen Charakternamen, so bietet sich kaum ein anderer dar als der romantischer Dichtung. Er ist, wie alle For

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