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zelne lyrische Partien aushob und seinen Gedichten einreihte, das ganze Werk jedoch erst 1867 (in den "New Poems”) auf den Wunsch R. Brownings wiederveröffentlichte. Die streng nach dem Modell des griechischen Dramas gebaute Tragödie “Merope” (1858) kann höchstens den Wert einer klassizistischen Stilübung beanspruchen. Eine “Antigone” und eine “Dejaneira” sind nicht über je ein kurzes Fragment (1849, 1867) gediehen.

Arnold war anderseits auch für den Reiz der von der Romantik neu erschlossenen Stoffgebiete nicht unempfänglich. In drei größeren epischen Gedichten griff er Themen aus der keltischen, persischen und skandinavischen Sage auf (“Tristram and Iseult”, 1852; “Sohrab and Rustum”, 1853; "Balder Dead”, 1855), in Balladen behandelte er nordische Volksmythen (“The Forsaken Merman”, 1849; "The Neckan”, 1853) und irische Legenden (“Saint Brandan”, 1860) alles ohne ein tieferes Verhältnis zu dem Geiste der Poesie, dem die Sagen entsprungen sind, ohne epischen Reiz, ohne den metallischen Klang echten Balladentons.

Sein eigentliches Gebiet ist die reflektive und elegische Lyrik, in der er die Bedeutung seiner Eigenart selbst inmitten einer Blütezeit romantischer Dichtung zur Geltung zu bringen weiß. In der schwierigen Form der Ode und Elegie, die er in rhythmischer und strophischer Mannigfaltigkeit gepflegt hat, bereicherte er die englische Literatur um einige ihrer Meisterwerke dieser Gattung, hervorragend in formaler wie in ideeller Beziehung. Minder gelingt ihm die technische Behandlung des Sonetts, das unter seinen Händen in der Regel jeden musikalischen Klang verliert und nicht selten epigrammatischen Charakter annimmt. Seine Meditation strebt der geklärten Ruhe des Empfindens und geistigen Schauens inmitten des verwirrenden Wirbels der modernen Ideenkämpfe im Sinne Goethes und Wordsworth's, seiner Lieblingsdichter, zu, und spiegelt sein Ringen nach stoischer, Resignation, in der er Zuflucht sucht vor dem überwältigenden Gefühle

seelischer Unsicherheit und Unrast, der er keine einheitliche, geschlossene Weltanschauung entgegenzusetzen hat. Nichts ist Arnolds meditativer Dichtung fremder als Starre und Frostigkeit, die oberflächliches Urteil ihr mitunter zugeschrieben hat; ihr Reiz liegt gerade in dem starken Ausschwingen innerster, persönlichster Seelenstimmungen. Den Vorwurf der Kühle mag die Spärlichkeit seiner Liebeslyrik begünstigt haben; die in den zwei Serien “Switzerland” und “Faded Leaves” vereinten stimmungsvollen Gedichte sind fast alles, was man unter diesen Begriff ziehen könnte. Allein wer damit die Äußerungen von Herzensempfindung für erschöpft hält, übersieht die Glut spiritueller Sehnsucht in “Stagirius” (in einer Ausgabe vorübergehend “Desire” betitelt), den Ausdruck tiefer Gemütserschütterung in den “Stanzas from the Grande Chartreuse”, die leidenschaftliche Bewegung des mühsam nach Selbstzucht ringenden Geistes in Gedichten wie "A Summer Night”, “SelfDependence”, oder selbst in einer literarischen Anlaßdichtung wie den Versen auf Wordsworth’s Tod (“Memorial Verses 1850”).

Arnolds dichterische Größe – die sich freilich unter der beträchtlich überwiegenden Zahl minderwertiger Leistungen verhüllt — ist selbst in England weiteren Leserkreisen nur langsam zum Bewußtsein gekommen; er hat zweifellos noch immer darunter zu leiden, daß seine klassizistische Art in einer an romantische Stimmung gewöhnten Zeit nur spärlich Resonanz findet. Gerade in dem Gegensatze zu den Romantikern liegt jedoch seine Bedeutung für das Gesamtbild der Viktorianischen Dichtung: er gleicht, wie E. Gosse es in einem unübertrefflich charakterisierenden Bilde ausdrückt, in der Reinheit und dem stillen Ernste seiner Poesie einem klaren Seespiegel im Gebirge.

STAGIRIUS.1

[The Strayed Reveller etc. 1849.]

Thou, who dost dwell alone

Thou, who dost know thine own-
Thou, to whom all are known
From the cradle to the grave-

Save, oh! save.
From the world's temptations,

From tribulations,
From that fierce anguish
Wherein we languish,
From that torpor deep

Wherein we lie asleep,
Heavy as death, cold as the grave,

Save, oh! save.

When the soul, growing clearer,

Sees God no nearer;
When the soul, mounting higher,

To God comes no nigher;
But the arch-fiend Pride
Mounts at her side,
Foiling her high emprise,
Sealing her eagle eyes,
And, when she fain would soar,
Makes idols to adore,

1

Stagirius was a young monk to whom St. Chrysostom addressed three books, and of whom those books give an account. They will be found in the first volume of the Benedictine edition of St. Chrysostom's works.

Changing the pure emotion
Of her high devotion,
To a skin-deep sense

Of her own eloquence;
Strong to deceive, strong to enslave-

Save, oh! save.

From the ingrain'd fashion
Of this earthly nature
That mars thy creature;
From grief that is but passion,
From mirth that is but feigning,
From tears that bring no healing,
From wild and weak complaining,
Thine old strength revealing,

Save, oh! save.
From doubt, where all is double;
Where wise men are not strong,
Where comfort turns to trouble,
Where just men suffer wrong;
Where sorrow treads on joy,
Where sweet things soonest cloy,
Where faiths are built on dust,

Where love is half mistrust,
Hungry, and barren, and sharp as the sea-

Oh! set us free.
O let the false dream fly,
Where our sick souls do lie
Tossing continually!
O where thy voice doth come

Let all doubts be dumb,
Let all words be mild,
All strifes be reconciled,
All pains beguiled!
Light bring no blindness,
Love no unkindness,

Knowledge no ruin,
Fear no undoing!
From the cradle to the grave,

Save, oh! save.

QUIET WORK.

[The Strayed Reveller etc. 1849, u. d. Titel "Sonnet”.] ONE lesson, Nature, let me learn of thee, One lesson which in every wind is blown, One lesson of two duties kept at one Though the loud world proclaim their enmity

Of toil unsever'd from tranquillity!
Of labour, that in lasting fruit outgrows
Far noisier schemes, accomplish'd in repose,
Too great for haste, too high for rivalry!

Yes, while on earth a thousand discords ring,
Man's fitful uproar mingling with his toil,
Still do thy sleepless ministers move on,

Their glorious tasks in silence perfecting;
Still working, blaming still our vain turmoil,
Labourers that shall not fail, when man is gone.

A QUESTION.

TO FAUSTA.

[The Strayed Reveller etc. 1849, u. d. Tit. To Fausta.) Joy comes and goes, hope ebbs and flows

Like the wave; Change doth unknit the tranquil strength of men. Jiriczek, Englische Dichter.

IS

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