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Matthew Arnold.

Lebensdaten.

1822, 24. Dez., geb. zu Laleham (Middlesex).
1841-44, Universitätsjahre zu Oxford.
1851, Ernennung zum Lay Inspector of Schools.
Heirat mit Frances Lucy Wightman.
1857-67, Professor of Poetry, Oxford.
1886, Rücktritt vom Amte.
1888, 15. April, † zu Liverpool.

Poetische Werke in Buchform.

1849. The Strayed Reveller, and other Poems. 1852. Empedocles on Etna [lyr. Drama], and other Poems. Darin das lyrisch-epische Gedicht: "Tristram and Iseult". Beide Bände unmittelbar nach der Ausgabe zurückgezogen und ersetzt durch die "Poems" 1853 und 1855. "Empedocles" erst 1867 wieder ganz veröffentlicht. 1853. Poems [First Series].

Darin das Epos: "Sohrab and Rustum”.

1855. Poems. Second Series.

Darin das epische Gedicht: "Balder Dead". 1858. Merope [Drama]. 1867. New Poems.

1869. Erste Gesamtausgabe.

Prosawerke in Buchform. (Auswahl) 1865. Essays in Criticism [First Series]. 1867. On the Study of Celtic Literature. Vorher im Cornhill Magazine 1866.

1869. Culture and Anarchy. 1873. Literature and Dogma.

1877. Last Essays on Church and Religion.

1879. Mixed Essays.

1882. Irish Essays.

1888. Essays in Criticism. Second Series [postum].

Bibliographie

der Werke und Einzeldrucke in Zeitschriften etc.

T. Burnett Smart, The Bibliography of M. Arnold. 1892 [8/-]. Enthält zugleich ein Verzeichnis von "Criticisms and Reviews of M. Arnold's Writings".

Briefe und "Note-Books".

Letters of M. Arnold 1848-88. Ed. by G. W. E. Russell. 2 vols. 1895 [15/-].

Auch in der "Eversley Edition", Macmillan, 2 vols. [à 4/-]. M. Arnold's Note-Books. Ed. by Mrs. Wodehouse 1903 [4/6].

Ausgaben.

[The Complete] Poetical Works of M. A., in one vol. [7/6].
London, Macmillan & Co. Zuerst 1890.
Nicht aufgenommen sind einige Jugendgedichte, darunter
"Alaric at Rome" (Rugby 1840) and "Cromwell" (Oxford 1843).
Neudruck: Cromwell, Third Edition, Oxford 1891 [1/6]; Alaric at
Rome and other Poems, with an Introduction by R. Garnett 1896 [2/6].
Auswahl des Verfassers: Selected Poems [The Golden Treasury
Series]. Macmillan & Co. Zuerst 1878 [2/6].

Die prosaischen Werke nur in Einzelausgaben (alle oben genannten außer den "Ess. in Crit." à 2/6); die beiden Serien "Essays in Criticism" am bequemsten in der Tauchnitz Edition Nr. 2486-87 [I], 2859 [II] [geb. à 2,20 M.].

Auswahl des Verfassers: Passages from the Prose Writings of M. Arnold. Smith, Elder & Co, 1880 [7/6].

Biographien und literarische Studien.

H. Walker, The Greater Victorian Poets [s. S. 50].
A. Galton, Two Essays on M. A., with some of his
Letters to the Author, 1897 [3/6].

Sir Joshua Fitch, Thomas and Matthew Arnold, and their
Influence on English Education, 1897 [5/-].
G. Saintsbury, M. Arnold, 1899 [2/6].
H. Paul, M. Arnold, 1902 [2/-].

G. W. E. Russell, M. Arnold, 1904 [3/6].

W. H. Dawson, M. Arnold and his Relation to the Thought of our Time, 1904 [7/6].

A. Schrag, M. Arnold, Poet and Critic. Diss. Bern, 1904.

Matthew Arnold hat seinen Namen auf mehr als einem

Blatte der Geistesgeschichte Englands eingeschrieben. In seiner amtlichen Tätigkeit als Regierungs-Schulinspektor hat er 35 Jahre lang für die Reform des englischen Schulwesens gewirkt. Als Sohn eines hervorragenden humanistischen Schulmannes, des berühmten Headmasters von Rugby, Dr. Thomas Arnold, hatte er pädagogische Interessen vom Vater ererbt und erweiterte sie auf wiederholten Dienstreisen durch das Studium kontinentaler Erziehungssysteme, besonders des deutschen und französischen. Ein großer Teil seiner Lebensarbeit ist in seinen zahlreichen amtlichen Berichten und Gutachten niedergelegt, von denen er einige auch in Buchform veröffentlichte, um seine Reformbestrebungen Einführung der allgemeinen Schulpflicht, Verstaatlichung des Unterrichtes und Annäherung an das Muster Deutschlands und Frankreichs, Durchdringung der Erziehung mit dem Geiste

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humaner Kultur in weitere Kreise zu tragen (Popular Education in France, 1861; A French Eton, or, Middle Class Education and the State, 1864; Schools and Universities on the Continent, 1868 [daraus wiederholt: Higher Schools and Universities in Germany, 1874]; Special Report on Elementary Education Abroad, 1888; Reports on Elementary Schools 1852-82, 1889 [postum]). Neben seiner Stellung als Schulinspektor bekleidete M. A. von 1857 bis 1867 den Posten des "Professor of Poetry" an der Universität Oxford, ein für je fünf Jahre durch Wahl vergebenes Ehrenamt, das ihm Gelegenheit bot, seine weite und feine ästhetische Kultur in Vorlesungen auf die akademische Jugend der Alma Mater, deren Schüler er selbst gewesen war, wirken zu lassen. An einen größeren Kreis wandte er sich seit 1859 als Essayist und erwies sich in dieser, in England und Frankreich klassisch ausgebildeten Literaturgattung als Meister klarer, feinsinniger Darstellung, der sich am Geiste französischer Kritik, besonders Sainte-Beuve's, geschult hatte. Wie auf dem Gebiete des Unterrichtswesens suchte er auch in der Sphäre literarischer Kritik die durchschnittliche Enge insularer Interessen zu erweitern, indem er die Notwendigkeit betonte, das englische Geistesleben mit der Antike einerseits, den großen kontinentalen Literaturen anderseits in ständiger Fühlung zu halten, und den Grundsatz der modernen vergleichenden Literaturgeschichte aufstellte: "The criticism which alone can much help us for the future is a criticism which regards Europe as being, for intellectual and spiritual purposes, one great confederation, bound to a joint action and working to a common result."

Als höchstes Ziel aller geistigen Bildung aber erschien ihm die Gewinnung einer humanen Persönlichkeitskultur. Die Erkenntnis, daß dieses Kulturideal nicht durch einseitige intellektuell-ästhetische Ausbildung erreicht werden kann, sondern der religiösen und ethischen Ergänzung

bedarf, lenkte sein Interesse auf kirchliche und theologische Probleme, die ihn zugleich infolge ihrer Bedeutung für alle schulpolitischen und Erziehungsfragen beschäftigten. In zahlreichen Essays entwickelte er seine Anschauungen über das Fortwirken der zwei geistigen Hauptmächte des Altertums, des ästhetischen und philosophischen "Hellenismus" und des religiösen und ethischen "Hebraismus" auf die moderne englische Kultur in Form der Renaissance und des Puritanismus, deren Einseitigkeit er in harmonischen Ausgleich gesetzt zu sehen wünschte, über das Wesen der verschiedenen englischen Formen des Christentums und ihr Verhältnis zur Geisteskultur, über die Erfüllung der höchsten Ideale des Hebraismus im Christentum, von dem er sagte: "Christianity is immortal, it has eternal truth, inexhaustible value, a boundless future," das er aber anderseits durch rationalistische Auffassung zu einer abstrakten Morallehre verflüchtigte. Die Grenzen seines inneren Berufes verkennend, wagte er sich auch an Bibelkritik und andere theologische Fragen, bei denen er je nach der Natur des Gegenstandes den Boden teilweise oder ganz unter den Füßen verlor, da ihm jede theologische und religionsphilosophische Fachbildung abging und er hier als Dilettant sprach. So bildet diese Gruppe der Essays den an Wert ungleichmäßigsten Teil seiner Prosaschriftstellerei, und dasselbe gilt von seinen politischen Aufsätzen.

Neben dieser ausgedehnten literarischen und kritischen Wirksamkeit tritt die Poesie Arnolds an Umfang zurück. Die Dichtung war ihm nicht Nebenamt, nicht akademische Stilübung; aber, wie er einmal bitter sagte, er konnte es sich nicht leisten, ihr zu leben. Sie fällt hauptsächlich in seine erste Lebenshälfte; mit der steigenden Last seiner amtlichen Verpflichtungen verstummte sie fast ganz. Offenkundig äußert sich darin zugleich ein Mangel an nachhaltigem poetischen Impuls, an dem dämonischen Element des Genies, das seine Dichtung überhaupt ver

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