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Unter Mitwirkung von

J. Cohnheln, L Hermann, C. Hneter and W. Kähne

redigirt von

J. Rosenthal.

1869. ». Januar. No. L

Inhaltt Thudichum, über das Luteiu. (Orig.-Mitth.). —

Schwai.be, zur Kenntuiss der glatten Muskelfasern. — His, Entwickelung des Hühnchens. — Bili.both, Jahn? & Menzel, osteoplastische Versuche. —Böhm, Operationen bei Contracturen. — Fbähtzel, der halbmondförmige Raum und der Pectoralfremitus. — Erb, galvanische Reaction des Oebörapparatea. — Chauveau, Untersuchungen über Anstecknngsstoffe. —

Bochdalek, znr Anatomie des Herzens. — Lesshaft, der M. lacrimalis posterior. — Kern, Vergiftung durch Ammoniak. — Cotton, unterphosphorigsaure Alkalien als Heilmittel.

Das Centralblatt wird auch fernerhin sich bestreben, die Ergebnisse wissenschqftlicher Forschung auf dem Gebiete der Medizin durch kurze, unparteiische Berichterstattung möglichst zugänglich zu machen, insbesondere den Zusammenhang zwischen den theoretischen und practischen Zweigen des Gebietes zu vermitteln. Im Interesse einer schleunigen Berichterstattung ersucht die Redaction die Herren Verfasser von Originalarbeiten, sie durch Zusendung von Exemplaren, besonders von Abdrücken aus schwerer zugänglichen Journalen, Gesellschaftsschriften u. dgL zu unterstätzen. Originalmittheilungen, sofern sie kurz sind, finden auch fernerhin Aufnahme und schnelle Veröffentlichung. Die Herren Vff. erhalten von denselben 50 Sonderabdrücke, welche innerhalb Deutschlands frei durch die Post zugesandt werden. Alle Zusendungen werden unter der Adresse des Redacteurs, Professor Dr. J. Rosenthal, Friedrlchsstr. 153 a. Berlin, erbeten.

Ueber das Lutein und die Spectren gelbgefärbter organischer Substanzen.

Von J. Ii. W. Thudichum,

M. D. Prof. d. path. Chemie am St. Thomas-Hospital in London.*)

1. Verschiedene Theile von Thieren und Pflanzen enthalten eine gelbe crystallisirbare Substanz, welche bisher nicht unterschieden worden ist, und der ich nach ihrer hervorstechendsten Eigenschaft den Namen Lutein beilege.

*) Vorlaufige Mittbeilung über Resultate von Untersuchungen, welche der Vf. für das Medical Departement of the Privy Council im pathol. Laboratorium des St Thomas-Hospitals ausgeführt bat.

VII. Jahrgang. 1

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Thddichüm, über das Latein.

2. Sie findet sich normal in den gelben Körpern der Ovarien der Säugethiere, in dem Blutserum, den Zellen des Fettgewebes, und dem gelben Fett der Absonderung der Milchdrüsen, oder Butter; anomaler Weise findet sich das Lutein bei Säugethieren in Eierstocksgeschwülsten und Cysten, und in serösen Ergüssen. Es ist ein regelmässiger Bestandtheil des Eigelbs eierlegender Thiere. In der Pflanzen weit wird es in Samen beobachtet, wie im Mais, in den Schalen und dem Fleisch von Beeren, wie im Annatto oder OrleansGelb, in Wurzeln wie in den gelben Rüben, in Blättern wie in denen von Coleus und in den Staubfäden und Blüthenblättern einer grossen Anzahl von Blumen.

3. Lutein ist leicht löslich in Alkohol, Aether und Chloroform, aber unlöslich in Wasser. Es ist löslich in eiweisshaltigen Flüssigkeiten, wie in dem Inhalt von Eierstockscysten und dem Blutserum. Alle diese Lösungen sind gelb, aber die Chloroformlösung im concentrirten Zustand hat eine Orangerothe Farbe.

4. Das Spectrum dieser Lösungen ist ausgezeichnet durch grossen Glanz des rothen, gelben und grünen Theils, und durch drei Absorptionsbänder, welche in dem blauen, indigoblauen und violetten Theil desselben liegen.

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Die Lage der Absorptionsbänder variirt ein wenig je nach den verschiedenen Lösungsmitteln.

5. Die Crystalle des Luteins sind scheinbar rhombische Tafeln, von welchen je zwei, oder mehrere in einer besonderen Weise auf

einandergelagert sind. Möglicherweise stellen diese Crystalle Rhomboeder dar, welche an vier Kanten unvollständig sind. Dieselben sind microscopisch, gelb wenn dünn, orange bis roth wenn dick, und haben keine Skizze der Lutein - Cysulle. Aehnlichkeit mit irgend einer anderen bekannten thierischen oder pflanzlichen Substanz.

6. Lutein geht mit nur wenigen Körpern Verbindungen ein, und das essigsaure Quecksilber ist vielleicht das einzige gewöhnliche Reagenz, durch welches es augenblicklich und vollständig als ein gelber Niederschlag gefällt wird. Quecksilbernitrat bringt mit Lutein einen gelben Niederschlag hervor, welcher beim Stehen weiss wird.

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Salpetersäure über die Crystalle gegossen, bringt eine blaue Farbe hervor, welche sogleich in gelb übergeht. Das Blau wird nicht erzeugt, wenn man die Salpetersäure zu der Lösung des Luteins in Alkohol, Aether, oder Chloroform setzt, erscheint jedoch mit einer Lösung in Essigsäure, um sogleich wieder zu verschwinden.

7. In den gelben Körpern der Eierstöcke ist das Lutein in Körnchen abgesetzt, welche desto dunkler und grösser erscheinen, je älter die Corpora werden. In dem Eigelb wird es ebenfalls in Körnchen gefunden, und wenn man es aus einem dieser Körper auszieht, so ist es stets mit vielem öligem Fett vermischt, das Cerebrin, und neutrale Fette, darunter eine dem Cerebrin ähnliche phosphorhaltige Substanz enthält. In der Butter, in der es nur nach der Klärung beobachtet werden kann, ist es in Lösung enthalten.

8. Auf der andern Seite hat das Lutein viel Anziehung für das Eiweiss, und kann nur äusserst schwierig aus dem Serum oder dem Inhalt von Eierstock scysten ausgezogen werden.

9. In pflanzlichen Materien ist das Lutein in einer Form ent halten, dass dieselben keine klare wässrige Lösung liefern. Alle vegetabilischen Theile jedoch geben ihr Lutein schnell an Alkohol ab, und liefern durch passende Behandlung klare Lösungen. Im Mais ist das Lutein von Fetten begleitet, welche denen der Eier etwas ähnlich scheinen.

10. Das Spectrum des Luteins ist der Typus der Spectra einer Reihe von Körpern, welche wahrscheinlich chemisch identisch sind; allein nicht alle gelben vegetabilischen, thierischen oder chemischen Producte sind identisch mit Lutein.

11. Die gelben Farbstoffe der folgenden Pflanzen zeigen das Spectruni des Luteins, oder ein äusserst ähnliches Spectrum: 1. Crocus oder Saffran (Staubfaden). 2. Helianthus annuus. (Blume) und die Blumenblätter der folgenden Pflanzen. 3. Leontodon Taraxacum. 4. Hieraceum pilosella. 5. Gazonia elegans. 6. Calendula officinalis. 7. Hypericum oblongifolium. 8. Acacia leprosa. 9. Galphinia splendens. 10. Stigmatophyllum ciliatum. 11. Lankasteria elegans. 12. Allamanda neriifolia. 13. Colutea frutescens. 14. Tagetil lucida. 15. Schkuria atrovirens. 16. Diplotaxis tenuifolia. 17. Virgilia sylvestris. 18. Oenothera grandiflora. 19. Verbascum phlomoides. 20. Tagetil pumila. 21. Helianthus macrophylla. 22. Chrysopsis villosa. 23. Helenium autumnale. 24. Obliscaria pinnata. 25. Heliopsis laevis. 26. Linosyris vulgaris. 27. Berberis Darwinii (?). 28. Solidago serotina. 29. Ruta graveolens. 30. Melilotus elegans. 31. Medicago elegans. 32. Allamanda Hendersonii. 33. Daucus carrota, (Wurzel). 34. Zea Mais, (Samen). In den Extracten der Beeren der folgenden Pflanzen: 35. Annatto. 36. Asparagus officinalis. 37. Physalis Alkekengii (äussere Schale und innere Beere).

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