Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

wohnt, es als eine wichtige Pflicht der Gefelligteit anzusehni, das Gespråd nie fallen zu lassen. Ohne Zweifel ist auch diejenige Mynterteit des Geistes eine Vodtommenheit mehe, die dem Manne von Geschaften auch in seinen Erholungs. funden eine gewisse Spannung, um andern angenehm zu were den, erlaubt, ohne daß es der zu Ausrichtung seiner Arbeis ten nöthigen Anstrengung schade. Selbst die Begierde zu gefallen, wenn sie nicht die Schranken überschreitet, ift, ins dem fie den Mensden thatiger macht zum Vergnügen andes rer beizutragen, ein Berdienst, das man ihm anrednet. Auf der andern Seite ist es wahr, daß ein Mann, der vor dem Publito austritt, wie Zolitofer, und von der ganzen Gesellschaft, in der er lebt, Beifall und Dantbarkeit får seine gemeinnüßigen Arbeiten einerndet, leidhter die tleinen Bes friedigungen des Ehrgeizes entbehren tann, welche ihm feine fånigteiten in engern Gefellschaften verschaffen würden, wenn er fich Mühe gåbe, fide darin zu zeigen. - Andersen, ro wie dieser Zug des Charatters bei Zollitofern mit seinem übris gen gesammten Betragen verbunden war: so tonnte man thu ficher für das Zeichen eines ruhigen, über tieine Leidenschaft ten erhobenen Geistes halten, der nur dann fich lebhaft regt, wo er Absichten erreichen tann, und ruht, wo er nichts seiner würdiges zu erreichen hofft.

Es ist mir nicht leicht gelungen, an einem Manne ben Fortschritt zur Boltommenheit, in seinem Denten und in seinen Arbeiten, so wahrzunehmen, als bei Zollitofern. E6 lag in ihm ein philosophischer Geist, eine Gabe feiner Beobs achtung in Sachen, die menschliche Handlungen und Fehler betreffen; eine richtige Urtheilstraft; die Fähigteit seine Gebanten auf deutlichste zu entroideln; Anlage zum wahs ren guten Geschmade in der Odzreibart. Aber alle diese fånigteiten waren durch seine Erziehung nicht vålig ausges Bildet worden. Seine Studien und seine Muster waren nicht die voltommensten gewesen. Die ersten Predigten, welche ich von ihm hörte, die selbst, welche das Publitum aus feinen frühern Jahren vor sich hat, enthielten noch viel entlehnte, nicht sehr durchdachte Begriffe, - einen wort: reichen Ausdruck. Sie unterschieden sich immer von den ges meinen Aufrågen dieser Art; aber sie fesselten noch die Zufs mertsamteit nicht, belehrten noch nicht in dem Srade, wie Zollitofer die Aufmerksamkeit fesseln und belehren tonnte. Aber wie sehr hob sich nicht Inhalt und Vortrag, der Geist und die Sprache seiner Predigten von Sahr zu Sahr. Wie viel reichhaltiger ist nicht, feit der Zeit, da ich zuerst näher mit ihm bekannt wurde, und ihn also auch ge nauer zu beobachten anfieng, sein moralischer Unterricht, wie viel gereinigter und gedrungener ift sein Styl geworden. Diese Ausbildung feines Geistes hat bis auf die lebten Tage seines Lebens nicht aufgehört fortzugehen. Und wenn ich nicht irre: To find die letzten Reden, deren Herausgabe er kurz vor seinem Tode veranstaltete, die vortrefflichsten unter allen.

welche

C

[ocr errors]

In seinem moralischen Charatter war der Fortgang weniger mertlich, weil er in der That hier schon früher der Bolstommenheit nahe war, welche feine Natur erreichen tonnte, und weil überhaupt der Charatter eines Mannes, und dessen fleine hånderungen andern Menschen nicht so deutlich in die Augen fallen, als die Saben seines Geistes. Indesien dietenigen, welche durch eine Reihe von Jahren auf Zollifofern aufmertfam gewesen sind, werden, glaube ic), gefunden haben, daß sein Ernst sich immer mehr und mehr mit 3årtlichkeit, seine strengen Grundfåge mit fanften Ger fühlen mischten: daß er alle ursprüngliche Soliditåt feines Charatters behielt, und zugleich immer gefädiger, angeneho mer, munterer wurde.

[ocr errors]

Gin Pottslehrer ist nicht dazu bestimmt, die Wahrheiten von ihren ersten Elementen an zu untersuchen, sondern diely

welche

[ocr errors]

welche von allen vernünftigen Menschen anerkannt werden, oder sogleich anzuertennen sind, als man ihren Sinn gefant hat, und die zugleich praktisch nůßlich find, vorzutras gen, ins Licht zu stellen, und and Herz zu legen. Demohus erachtet ist der, welcher die Natur auch in ihren Tiefen er, forscht hat, wenn er davon mit einern nicht von Zweifelsucht umwditten Gemüthe zurüc t8mint, am fähigsten, die mehr auf der Oberflache derselben sich offenbarenden Weisheitss und Tugendlehren mit Gründlichteit, und unter den rechten Gesichtspuntten andern vorzutragen. Zollitofer vermied sorgfältig in seinen Predigten alle für gemeine Fassungetraft, oder für die bei den meisten Zuhörern corauszusekende Uebung im Denten, zu schwere Untersuchungen. Aber man erkennt an der Kraft und Klarheit, mit welcher er die pos pulären Materien der Sittenlehre vortrågt, daß er auch die ersten Gründe derselben durchdacht hatte. Er beunruhigt seine Zuhörer nicht mit Zweifeln, weldie die Ueberzeugung des Ungelehrten immer erschüttern, auch wenn sie nicht ganz verstanden werden, da hingegen die Auflösung den Schaden nur dann wieder gut macht, wann sie völlig eingesehen wird. aber daß seine eigene Einsicht in die Religion und Moral mit der Renntniß der sowierigkeiten, welche bei der Ers gründung derselben vorkommen, oder der Angriffe, welche fie von jeher erlitten haben, verbunden war, dieß zeigte er, ins dem er seinen Såzen diejenige Bestimmtheit im Ausdrude, seinen Beweisen diejenige Bündigteit gab, die nur die Folge einer vorhergegangenen Abwägung der Gründe und Gegeng gründe seyn kann.

[ocr errors]

Benige Prediger haben vor ihm es gewagt, so specielle Berhältnisse, Pflichten, Fehler, Gewohnheiten, Vergnús gungen des håuslichen und gesellschaftlichen Lebens auf die Kanjel zu bringen: noch wenigere haben sie zugleich mit der Würde, mit der Fruchtbarkeit an wichtigen Belehrungen, mit einer so natürlichen Beziehung auf Religion zu behans

[ocr errors]

Er unters

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

[ocr errors]

deln gewuft, alt Zoditofer. Seine Moral ist nicht das, was man so oft von den Vorschriften der Månner reines tandes gesagt hat, gut für die Kanjel, aber unausführbar in der Belt, und unbraud,bar für das Leben. scheidet das Gute, was zu wünschen wåre , von dem Suten, was bei der gegenwärtigen Einrichtung der Welt, und unter folchen Umfånden der Gesellschaft, zu erwarten ist; und giebt anmeisung, wie man dieses erreichen, und jenem fic nähern tonne. Das leichteste in der Sittenlehre ift, die Pflichten der Menschen im Allgemeinen zu finden, das schwerste ist, die Verschiebenheiten der Umstände aufzuzählen, durch welche diese Prichten eingeforånft werden, und die Hindernisie, die ihrer Ausübung im Wege ftehn; — das Eigenthümliche der verschiedenen Stånde so zu tennen, daß man die besondern Sleigungen, welche Personen aus jedem derselben haben, die Versuchungen, denen sie ausgelegt sind, und die Bewegungsgründe, welche auf sie den meisten ini druck machen, voraus rehe, und seine Anweisungen nach dies fen Berschiedenheiten einrichte. Alle alge neine Vorsdriften maden wenig Eindrud. Zuerft find sie zu betannt, und werden deswegen foon obenhin angehört. Dann deinen sie zu strenge : und wenn man einmal fieht, daß Uusnahmen davon gemacht werden müssen, so fångt man an, an ihrer Berbindlichteit überhaupt zu zweifeln. Endlich sind der Fåde weniger, wo man recht lebhaft an sie erinnert wird. Hingegen zieht das, was genau auf unsre Sitten, Verfass sung, lebensart paffet, ålb Semåhite der Welt, unsre Uufs mertsamteit an sich; e$ magt unser Gewissen mehr rege, ins dem es uns die Moglichkeit der Ausführung ertennen tårt; és findet endlich in jedem Tage so tlare und schickliche Ans wendung, daß es ungerufen ing Andenten zurrick tehrt. Biele von Zolitofers Predigten sind zugleich Schilderungen unserer Zeit und unserer Sitten. Or tannte und lehrte die Tugend nicht in abstrakto: sondern so wie sie an seinem Orte, unter den Menschen, vor weldhen er auftrat, in diesem

Зus

[ocr errors][merged small]
[ocr errors][ocr errors]

τινός ανάγκης τυχών με παρα σε δεομένην έτι καλύ, και δικαίων μη πείθεσε δε τι φείδομαι της εχάτης ελπίδας ;" και τούτ' επάρα προσπίπτει τοις ποσίν αυτ8 μετα της γυναικός άμα και των τέκνων, ο δε Μάρκιος ανεβοήσας" Οία Πργασαι με, μήτες! εξανίτησιν αυτών, και την δεξιαν πιέρας σφόδρα Νενίκηκας, έπει, ευτυχή εν τη πατρίδα νίκην, εμοί δ' ολέθριοί. άπειμι γας υπο σε μόνης ηττώμενος. Τέτο δ' ειπείν, και βρεχέα τη μητρι και τη γυναικί διαλεχθείς ιδία, τας μεν απέπεμψεν εις Ρώμην πάλιν, αυτας δεομένας, της δε νυκτός περελθέσης, απηγαγεν Ουολέσκες, τον αυτόν τρόπον, εδ' ομοίως διακειμένες απαντας, οι μεν γας εμέμφοντο και τον άνδρα και την πράξιν, οι δ' εδέτερα, προς διάλυσιν και ειρήνην οικίας έχοντες, ένιοι δε δυσχεραίνοντες τα πραττόμενα, τον Μάρκιον όμως και πονηρόν ενόμιζόν, αλλά συγγνωσον, επικλεθέντα πήλι. καύταις ανάγκαις. αντίπε δ' εδείς, αλλά πάντες άποντο, την αρετή μάλλον αυτά θαυμάζοντες, και την εξεσίαν,

#

M

[ocr errors][merged small][ocr errors][merged small]
« ZurückWeiter »