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hafter sekretorischer Thätigkeit begriffen und scheidet offenbar Cuticularsubstanz aus.

Über der Cloakengegend finden wir in der dorsalen Mediane eine becherförmige Ausstülpung der Hypodermis, die begleitet ist von einer Einsenkung der Cuticula (Fig. 5). HUBRECHT hat das Organ bei seinen Exemplaren von Pron. Sluiteri ebenfalls beobachtet, und da er einen starken Nerven bis nahe an dasselbe bat verfolgen können, hält er es für ein Sinnesorgan; „the organ at all events does not appear to be subservient to any glandular secretion“.

KOWALEVSKY et Manron (18) beschreiben ein gleich gelegenes Organ von Lepidomenia hystrix als „petit crypte sensitif“, ferner bei Pron. vagans und Pron. aglaopheniae, wo der „bouton sensitif“ sehr voluminös ist.

PRUVOT (22) hatte Gelegenheit, die entsprechenden Organe an lebenden Tieren zu beobachten, und bildet mehrere derselben in ausgestrecktem Zustande ab. Am auflallendsteu ist das Organ bei Paramenia impexa, wo es stark über die Cuticula hervorragt, aber bei der geringsten Berührung sofort zurückgezogen und eingestülpt wird (22, p. 759). Auf allen diesen (und ähnlichen Organen in der Kopfregion) hat PRUVOT feine Fühlfäden („soies tactiles“) entdeckt. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß in den angeführten Fällen in diesen „boutons“ Sinnesorgane zu suchen sind, und es wäre nichts natürlicher als die Annahme, daß die becherförmige Hypodermisausstülpung bei Pron. Sluiteri als analoges Organ in zurückgezogenem Zustande aufzufassen sei. Dennoch bin ich von der Richtigkeit einer solchen Annahme noch nicht überzeugt. Alle in Frage stehenden Organe, die PRUVOT nach ihrer äußeren Erscheinung sehr klar und deutlich abbildet (22, boutou sensitif caudal de Dondersia flavens Fig. 82 u. 82a; bouton caudal de Paramenia impexa Fig. 83; organe sensitif caudal de Proneomenia vagans Fig. 87), zeigen ausnahmslos eine regelmäßige Anordnung der Spicula, die viel kleiner sind als die gewöhnlichen Nadeln und auch in ihrer Form vollständig von den letzteren abweichen. Ferner sind, wie oben erwähnt, alle diese Organe besetzt mit einer größeren Anzahl feiner, nicht wimpernder Fäden (soies tactiles). In Bezug auf die histologische Struktur des Organs geben KOWALEVSKY et MARION einige Details: Bei Lepidomenia hystrix liegt am Grund des Organs unter der hier lokal verdickten Hypodermis eine zweite Lage großer Zellen, welche sie geneigt sind als nervöse Elemente zu be

trachten. Bei Proneomenia vagans finden sie die Anlage mehrerer „boutons“, deren Bau aber wesentlich abweicht von demjenigen bei Lep. hystrix. Die Organe sind hier eingeschlossen in die Cuticula. Die Hypodermis buchtet sich konkav nach oben aus und wird mehrschichtig 1). Die Zellen der obersten Lage färben sich stark, während die Stielzellen des Organs alle hyalin sind. Die letzteren werden als nervöse Elemente betrachtet. Ganz gleich ist ein zweites, weiter vorn gelegenes Organ beschaffen. Eine dritte Hypodermisausstülpung scheint eine Gruppe von Schleimdrüsen darzustellen. Ein Nerv, der zu diesen Organen führen würde, ist nicht entdeckt worden.

Wenn ich das in Frage stehende Gebilde von Pron. Sluiteri in den Schnitten des Herrn Prof. LANG mit den von KOWALEVSKY et Manron bei Lepidomenia hystrix und von PRUVQT bei Dondersia flavens, Paramenia impexa und Pron. vagans entdeckten Organen vergleiche, so finde ich als übereinstimmend nur die Lage der betreffenden Bildungen. Die Hypodermisausstülpung von Pron. Sluiteri macht in den Schnitten nicht den Eindruck eines zurückgezogenen Organs (siehe Fig. 5). Aber auch angenommen, es würde ein solches vorliegen, und zugegeben, daß die charakteristischen feinen Füblfäden in diesem Zustande nur schwer oder gar nicht sichtbar wären, so müßten doch die, wie es scheint, ebenfalls für die Organe charakteristischen kleinen Kalkplättchen neben den gewöhnlichen Spicula zu entdecken sein. Davon ist aber keine Spur sichtbar, auch HUBRECHT deutet nichts derartiges an. Die Hypodermisausbuchtung ist in die Cuticula eingeschlossen und hat keine direkte Berührung mit der Außenwelt. Die oben berührte Thatsache, daß KOWALEVSKY et MARION bei Pron. vagans außer einer kleineren weiter vorn gelegenen Hypodermisbildung (18 b, Fig. 4, Pl. 3), welche, um mich des wörtlichen Ausdrucks der Autoren zu bedienen, „semble indiquer une sorte d’ etat intermediaire entre le bouton sensitif en question et les papilles hypodermiques ordinaires“ (p. 33), noch zwei „boutons“ von genau gleicher histologischer Beschaffenheit gefun

1) „La partie creuse ainsi produite par le refoulement de l’hypoderm est occupee par une formation cellulaire tres apparente, dont la base consiste en plusieurs cellules fusiformes grouppees en faisceaux et dont le sommet correspond a un seul dlement cellulaire plus gros z‘: moyau tres net et a contenu d’ aspect gelatineux“. pag. 32.

den haben, während nur ein posterio-dorsales Sinnesorgan vorkommt (18, Fig. A., P1. 3; und 22, Pl. 31, Fig. 87), scheint mir auch einigen Zweifel zu rechtfertigen daran, daß diese Hypodermisausbuchtungen mit dem „organe sensitif caudal“ Pnnvons identisch seien, um so mehr, als die „boutons“ wie bei Pron. Sluiteri von der Cuticularmasse bedeckt sind. Der Hypodermisausbuchtung kommt bei letzterer Form eine Einsenkung der Cuticula eine Strecke weit entgegen (siehe Fig. 5). Die dadurch entstandene Grube ist mit Detritus gefüllt, der durch eine schleimige Masse, welche von der äußersten Schicht der Integumentes nicht scharf gesondert ist, zusammengehalten zu werden scheint.

Die Hypodermis hat im Innern des Bechers einen spezifischen Charakter. Sie besteht aus einer einzigen Lage etwas länglicher, oft birnförmiger Zellen. HUBRECHT läßt unentschieden, ob sie bewimpert seien oder nicht. Die Frage darf entschieden verneint werden. Der Zellinhalt ist wenig gefärbt, deutlich gekörnelt und geht in die (schleimige?) Cuticularmasse über, welche die Höhlung zum Teil erfüllt. Ringsum sind am Innenrande der Vertiefung zahlreiche Drüsenzellen gelagert, die sich von den gewöhnlichen Cuticulardrüsen nicht zu unterscheiden scheinen. Die innere Becberwand ist offenbar sekretorisch thätig, die Außenwand wird durch gewöhnliche Hypodermis mit ihren oben besprochenen verschiedenartigen Drüsenfortsätzen gebildet.

Von vorn und hinten treten aus der Längsmuskulatur der Körperwand zahlreiche, sich häufig kreuzende Muskelfasern in das Organ.

Ob ein Nervenstrang, der ungefähr in der dorsalen Mediane gegen die Hypodermisausbuchtung verläuft, in dieselbe eintritt oder nicht, kann ich nicht mit Sicherheit entscheiden, da das Präparat an der entscheidenden Stelle einen kleinen Riß hat. Irgendwelche Elemente, die als Sinnesorgane gedeutet werden könnten, habe ich weder in den Längs- noch in den Querschnitten gefunden. Der erwähnte, benachbarte Nerv scheint seine Fasern nur an die Muskulatur abzugeben.

Ein weiteres Epidermisorgan findet sich zu beiden Seiten des Tieres am Eingang in die Cloake, wo die Hypodermis sich blindsackartig in das Muskelgewebe einstülpt. HUBRECHT hat das Organ bei Pron. Sluiteri entdeckt und, ohne sich bestimmt über dessen Funktion auszusprechen, es mit einer primitiven Byssusdrüse verglichen. Er fand die Einstülpung gefüllt mit einem wabigen Sekret, das nach außen sich in die gewöhnliche Cuticula verliert und von parallelen Röhren durchzogen ist, die zum Teil in eine centrale Höhlung münden. In den Röhren glaubte er ein feinfadiges Sekret zu sehen, was ihn veraulaßte, das Organ mit einer Byssusdrüse zu vergleichen.

Ein ähnliches Organ fand er bei Neomenia, gefüllt „with what looks like larges spicules perpendiculary placed, although calcareous matter does not seem to be contained in them“ (7, p. 12). Offenbar hatte Hunnncnr sein Exemplar von Pron. Sluiteri vollständig entkalkt und nur Querschnitte zur Verfügung, deren Bilder eine Täuschung veranlaßten.

Das Epithel der Gruben ist die direkte Fortsetzung der Hypodermis und kleidet die Wände ringsum bis in die Tiefe aus. Gegen das blinde Ende hin legt es sich mehrfach in Falten und ist offenbar sekretorisch thätig. Der Hohlraum der Grube ist mit sehr langen Spicula dicht gefüllt und die ziemlich geringen Zwischenräume zwischen denselben mit einer Substanz, die am Rande der Grube in die gewöhnliche Cuticula unmerklich übergeht und von ihr wohl nicht wesentlich verschieden ist. Die Spiculabildung in diesen Gruben konnte nicht genau verfolgt werden, sie scheint in etwas anderer Weise vor sich zu gehen, als in der übrigen Cuticula. Ich konnte keine becherförmigen Spiculardrüsen entdecken. Die Nadeln scheinen von Zellen am Grunde und vielleicht auch an den Wänden der Grube gebildet zu werden und mit der Interspicularsubstanz nach außen zu wandern. Fig. 6 stellt einen Längsschnitt durch den Grund einer solchen Grube dar.

Kownnnvsxr et MARION (18) beschreiben für Proneomenia vagans eine gleich gelegene, verwandte Bildung als Begattungsorgan („spicule d’ accouplement“). PRUvoT hatte Gelegenheit, dasselbe in 3 verschiedenen Entwickelungsstadien zu beobachten. Für Neomenia carinata sind von verschiedenen Autoren zwei seitliche „Penis“ nachgewiesen worden. '

Es kommt mir wahrscheinlich vor, daß diese Spiculabündel von Proneomenia als Hilfsorgane bei der Begattung mitwirken; in welcher Weise — ob als Reiz-, Haft- oder wirkliches Begattungsorgan —— muß spätere Beobachtung lebender Tiere entscheiden. Als Penis möchte ich das Organ in keinem Falle bezeichnen.

Obschon wir den zweiten Hauptbestandteil des Integumentes, die Cuticula, schon mehrfach erwähnt haben, müssen wir doch mit

einigen Worten darauf zurückkommen. Hunmzcmr bezeichnet sie als eine chintinähnliche Masse, die durch Säuren und Alkalien keine sichtbare Veränderung erleidet, so daß nach Entkalkung die Hohlräume, in denen vorher die Spicula lagen, vollständig unverändert bleiben. Pikrokarmin färbt die Masse leicht rosa. Soweit sich nach fertigen Schnitten, vollständig und unvollständig entkalkten, ein Urteil bilden läßt, kann ich die Darstellung HunRECHTS nur bestätigen. Die große Festigkeit und geringe Biegsamkeit der Tiere ist ohne Zweifel außer der Masse der eingelagerten Kalknadeln auch der Festigkeit der chitin-ähnlichen Cuticularsubstanz zuzuschreiben. Kowannvsxv et MARION bezeichnen diese Bildung bei Proneomenia vagans als „une epaisse couche cuticulaire gelatineuse et elastique“; ebenso PRUVOT.

Muskulatur.

Die Muskulatur der Pron. Sluiteri ist von HUBRECHT, und die mit ihr im ganzen übereinstimmende anderer Neomenien von den übrigen Autoren so vollständig beschrieben worden, daß ich mich nicht veranlaßt finde, ausführlicher darauf einzutreten. Ich begnüge mich damit, einige wesentliche Punkte anzuführen.

Wir finden:

1) Eine Schicht von Ringsmuskulatur unter dem Integument und darunter eine Lage von Längsmuskeln, welche ventralwärts zu beiden Seiten über dem Fuße stark verdickt sind. Die beiden Schichten bilden den Hautmuskelschlauch.

2) Ringmuskulatur um den Vorderdarm und radiäre Muskelbündel zwischen diesem und der Körperwand, die in ihrer Gesamtheit als Pharyngealmuskulatur bezeichnet werden können.

3) Transverse Muskulatur, welche am Vorder- und Hinterende reichlich den Körper durchzieht und sich auch als eine Art Septeu in der Region des Mitteldarmes in regelmäßigen Abständen wiederholt (Fig. 7). Die von den Seiten herkommenden Fasern kreuzen sich über dem Fuße.

4) Eine Muskelschicht („Septe“ der Autoren) über dem Fuß; sie bildet aber keine kompakte Platte, sondern besteht einfach aus einer Menge selbständiger, durch kleine Lücken voneinander getrennter Muskelbündel, die von einer Körperseite zur anderen ziehen.

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