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Diese Anordnung stimmt mit der nach VsJnovsxr für die Tubificiden bestehenden überein, mit Ausnahme des Eileiters, dessen Lage in dieser Familie noch nicht festgestellt wurde. Bei einer Tubifexart, welche ich zum Vergleich untersuchte, ist seine Lage wie oben.

Bei Embolocephalus velutinus sind die Hoden am Dissepimente befestigt wie bei den Tubificiden, im Gegensatz zu den Verhältnissen der Naidomorphen (z. B. Stylaria lacustris), wo sie mehr bauchwärts mit der Körperwand verbunden sind.

Auch die Eierstöcke sind an dem Dissepimente befestigt (Fig. 15); sie flottieren nicht frei in der Leibeshöhle, wie dies bei den Naidomorphen die Regel ist.

Die Samentaschen — sie sind in einem Paar vorhanden — öffnen sich unmittelbar vor den Bauchborsten des Segments X nach außen. Diese Lagebeziehungen zwischen Bauchborsten und Samentaschenötfnungen sind nach Vaanovsiu‘ typisch für die Naidomorphen und Tubificiden 1).

Die Samentaschen der beobachteten Individuen waren mit Spermatophoren erfüllt und erstreckten sich durch die Rückengcgend des folgenden Segments. Fig. 16a ist nach einer Samentasche entworfen, die aus einem Riß der Körperwand hervorgequellen war. Die Schichten der Körperwand wiederholen sich in der Wand der Samentaschen (Fig. 17). Die geschwollenen Drüsenzellen der inneren Epithelschicht sondern, nach Vnrnovsxif, die Kittsubstanz der Spermatophoren ab (Fig. 18).

Die Spermatophoren zeigen die drei von Vmnovskif beschriebenen Schichten: die innere von den Spermatozoenköpfchen ge

l) Bei der von mir untersuchten Art, welche ich leider nicht näher bestimmte, öffnen sich die Samentaschen auf der Seite unmittelbar über der gangliösen Seitenlinie. Die Öffnungen der Samenleiter liegen mehr ventralwärts auf der Seite, doeh außerhalb der Bauohborstenreihe.

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bildete körnige Schicht, die cylindrische hyaline Schicht von Kittsubstanz, und die hervorragenden freien Enden der Spermatozoenschwänze (Fig. 16b).

Die Borstendrüsen, welche in Segment X hinter den Samentaschenöifnungen liegen, haben eine Abänderung erfahren. Den gewöhnlichen Drüsenzellen ist eine besondere Drüse zugesellt, welche nach der Mitte, ein wenig nach hinten und ventral von der Borstendrüse liegt. Diese accessorische Drüse mündet in die Borstendrüse hinein. In ihrer Mitte findet sich ein Gang nach der Basis der Borste. Jedes Bündel enthält nur eine Borste. Ich habe eine solche accessorische Drüse nirgends erwähnt gefunden (Fig. 19 a, b, c, d).

In dem Dissepimente zwischen Segment X und XI liegt der ungeheuer große Trichter des Samenleiters. Seine Wände erstrecken sich beinahe bis zum nächsten Dissepimente. Der Bau ist in Fig. 20 dargestellt. Der Leiter ist kürzer als bei den untersuchten Tubificiden-Exemplaren. Der Unterschied in der Größe seiner beiden Teile ist geringer, und der große Teil fängt erst weiter vom Trichter an (Fig. 21, 22). Das Atrium und die zu diesem gehörigen Drüsen sind nicht von den gleichnamigen Organen der Tubificidenart zu unterscheiden (Fig. 33, 34, 35). Die Atrialötfnungen liegen in einer Linie mit den Bauchborsten, welche aber in diesem Segmente fehlen.

Der Eileiter besteht aus einem großen, dickwandigen Trichter und einem kurzen, zwischen den beiden Muskelschichten des Dissepimentes nach außen mündenden Gange (Fig. 23, 24). Ein ähnliches Organ kommt bei der von mir beobachteten Tubifexart in dem zwischen Segment XI und XII liegenden Dissepimente vor. Bei dieser Familie ist bisher, soviel ich weiß, ein Eileiter noch nicht beschrieben worden.

Ich habe keine Spur von Knospungserscheinungen gesehen.

Im ruhenden Zustande bilden die Würmer einen verwickelten Knäuel. Jeder Versuch, diesen zu entwirren, hatte nur den Erfolg, daß die Würmer noch dichter zusammenhielten, und sie ließen sich eher zerreißen als auseinanderlösen.

Nach GRUBE unterscheidet sich diese Art durch die Anordnung der Borsten von Nais papillosa Knssl. vom Ladogasee, und von Tubifex papillosus CLAR, einer marinen Art. Diese zwei Arten sollen mit ähnlichen Papillen bedeckt sein. CLAPAREDE beschreibt einen anderen marinen Anneliden von St. Vaast als „pechschwarzen Wurm mit weißem Kopfende und rosafarbenem Gürtel“ (3).

Saenuris velutina findet sich in Zsonomrrfs Verzeichnis (9) der Fauna der Gebirgsseen oft angedeutet.

FOREL berichtet (5): „Cette belle espece de Chetopode . . . . est tres abondante dans la region profonde de beaucoup de lacs. Je l’ai pechee dans les lacs Leman, Bourget, Annecy, Neuchätel, Zurich; ASPER la signale dans le lac de Cöme.

Jusqu’ a present je ne l’ai jamais rencontre dans la region littorale ni du Leman ni d’ aucun autre lac. Mais il y a tant de varietes dans le facies limoneux de la region littorale que je ne puis me flatter de les avoir toutes explorees. Peut-etre aussi provient-il de la faune des eaux souterraines, et le trouveronsnous dans les puits de la terre ferme en compagnie du Niphargus et de l'Asellus aveugles; la couleur brune, jaune ou orangee de ce ver ne semble cependant pas favorable ä cette derniere alternative; les animaux cavicoles etant en general d’ un blanc mat, non-pigmente. Toujours est-il que ce ver est actuellement presque la seule espece dont 1’ origine nous soit absolument inconnue.“

In dieser Beziehung ist es interessant zu konstatieren, daß auch die Crnuzarhnrfsche marine Form eine ähnliche Hülse und bunte Färbung aufweist.

Unter den beobachteten Würmern fanden sich einige Exemplare einer Art, welche, soweit ich weiß, noch nicht beschrieben worden ist. In vielen Punkten sind sie der ersten Form sehr ähnlich, und beide Formen zusammen bilden eine einheitliche, den übrigen Tubificiden gegenüberzustellende Gruppe. Wegen des Zusammenfaltens der Kopfregion gebe ich dieser Art den Namen Embolocephalus plicatus.

Durchschnittlich ist die Länge des Körpers 4 cm und die Segmentzahl 50. Die Tiere sind den wenigen bunten Individuen des Embolocephalus velutinus sehr ähnlich, und erst bei stärkerer Vergrößerung kann man die zwei Arten nach den Borsten unterscheiden.

Der Kopf ist zurückziehbar (Fig. 25), nicht aber in derselben Weise wie bei Embolocephalus velutinus. Die vordere Gegend des E. velutinus ist in die nächstfolgenden Segmente hineingezogen wie ein Teil eines Fernrohres in einen anderen; in E. plicatus aber ist die Kopfgegend wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet (Fig. 26). Bei dieser Art existiert kein Rüssel.

Die Hülse ist bei beiden Arten ähnlich, nur bei E. plicatus etwas schwächer (Fig. 27).

Die Sinnespapillen sind nicht zurückziehbar. Sie sind der Form und dem allgemeinen Bau nach denen des E. velutinus ähnlich, aber schlanker und hyaliner (Fig. 28). Die Nervenzellen sind an'dem lebenden Exemplar deutlich erkennbar. Ich habe auch hier keine besonderen Ganglienzellen finden können. Die Sinnespapillen sind in zwei Ringen um jedes Segment angeordnet, mit gelegentlichen Spuren eines dritten. Die regelmäßig vorkommenden Ringe sind von den Dissepimenten gleich weit entfernt, und einer liegt in der Ebene der Borsten.

Augen fehlen.

Das Gehirnganglion und die Schlundkonimissur sind in Figg. 29 und 30 abgebildet.

Die Borsten unterscheiden sich beträchtlich von denjenigen des Embolocephalus velutinus. In den Rückenbündeln finden sich in der Regel drei Paar schlanke, haarförmige Borsten und drei schwach geschweifte und am Ende gespaltene Borsten (Fig. 31). Die Bauchborsten sind dick und stark gekrümmt (Fig. 32). Die Abbildungen wurden alle nach einem und demselben Exemplar gezeichnet, somit zeigen sie die Variation innerhalb eines Individuums. Es sind meistens zwei in einem Bündel; vor dem Gürtel aber kommen zwei bis fünf vor.

Die Hypodermis ist im allgemeinen derjenigen des Embolocephalus velutinus ähnlich (Fig. 36).

Über die Anordnung der Blutgefäße bin ich nicht ins Klare gekommen.

Nephridien kommen, wie ich an Schnittserien konstatierte, zwischen Segment VI/VII und VII/VIII vor.

Der Gürtel wird aus einem Teil des Segments X und aus den Segmenten ‘XI und XII gebildet. Lage und Bau der Geschlechtsorgane sind ganz ähnlich wie bei Embolocephalus velutinus. E. plicatus unterscheidet sich indessen dadurch, daß der Samenleiter überall dieselbe Größe besitzt, und daß die Bauchborstendrüsen des Segmentes X unverändert sind. Da nur kleine Spuren von Spermatophoren vorhanden waren, so kann ich über ihre Form nichts Bestimmtes mitteilen.

Auch hier habe ich keine Knospungserscheinungen gesehen. Da weder bei E. velutinus noch bei E. plicatus alle Individuen zu gleicher Zeit geschlechtsreif wurden , so war die Möglichkeit, Knospungserscheinungen zu finden — wenn sie überhaupt bei diesen Arten vorkommen — nicht ganz ausgeschlossen.

Die Lage der Geschlechtsorgane ist bei beiden Würmern die für die Tubificiden charakteristische, und im Bau zeigen beide Würmer nur kleine Abweichungen voneinander und von den Tubificiden.

In dem einen Fall sind die Borsten typische Naidomorphenborsten und in dem anderen haben sie eine bis jetzt nur bei den Tubificiden bekannte Form.

Wegen des Vorhandenseins der nicht retractilen Sinnesorgane habe ich zuerst geglaubt, daß die zwei Würmer zwei neue Arten der Gattung Slavina darstellen. Sie hätten dann eine Unterabteilung gebildet, der Gruppe von Boussrnnn (2) gegenübergestellt durch die Retractilität des Kopfes, das Fehlen der Augen und das Vorhandensein der Rückenborsten in allen borstentragenden Segmenten.

Die Lage und der Bau der Geschlechtsorgane aber beweist eine nahe Verwandtschaft mit den Tubificiden. Da diese Organe bei Slavina noch nicht beschrieben sind, ist es unmöglich, die genauen Beziehungen zu dieser Gattung festzustellen.

Wenn nach Lauxnsrnn und Botmna (1) die „Cephalization als ein generisches Unterscheidungsmerkmal anzusehen ist, so muß das Vorhandensein der Rückenborsten an allen borstentrageuden Segmenten diese Würmer von Slavina generisch trennen, welches auch die Familie sei, der diese Gattung angehört.

Nach VuJnovsxif sind Saenuris velutina GRUBE, Nais papillosa Knssnan und Spirosperma ferox EISEN wahrscheinlich identisch. „Dieser Beschreibung nach ist zu schließen, daß die vermeintliche Saenuris eine besondere Stellung zwischen den Tubificiden — wenn sie überhaupt zu dieser Gruppe gehört -—- einnehmen muß. Saenuris velutina ist wahrscheinlich mit Knssnniäs Nais papillosa identisch, die jedoch eine besondere Gattung bildet und bereits von EISEN als Spirosperma ferox beschrieben wurde.“

GRUBE (a. a. O.) unterscheidet seine Art durch die Form der Borsten.

Was die dritte Art anbetrifft, so stimmt sie nach der Beschreibung weder mit Saenuris noch mit den hier beschriebenen Würmern überein. EISEN giebt an (4):

„I. More than one kind of spines present, viz. hair-spines, comblike spines and forked spines; two of which kinds are always present.

H

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