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fast oder ganz strukturlose nschl = Nesselscblaueh Protoplasmaschichten. äuxw = äußere Wandung k = Kern. ‘Lw = innere Wandung mf = Muskelfaser. schLw = Schlauchwandung mb = Muskelband. St = Stil. mbil = Muskelbildung. Sif = Stützfortsatz qu. mf= quergestreifte Muskel- iz = indifferente Zellen faser. gz = Ganglienzellen

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wim = Wimpern.

Sämtliche Vergrößerungen sind mit Hartnaolr, Ocular I, und

Reichert, lmmersion ‘/,„, erzielt worden.

Beitrag zur Kenntnis der Tubificiden.

Von
Dr. Harriet Bandolph.

(Aus dem zoologischen Laboratorium beider Hochschulen in Zürich.)

Mit Tafel XVII-XIX.

Die Anneliden, welche im nachfolgenden beschrieben werden sollen, wurden Ende Juni und in der ersten Woche Juli 1891 in einer Tiefe von 10-12 m im Zürichersee gefischt. Sie gehören zwei Species an, von denen die eine noch nicht vollständig beschrieben ist. Über die andere habe ich in der betreffenden Litteratur keine Angabe finden können.

Herrn Professor LANG bin ich für Ratschläge und für die Erlaubnis zur Benutzung seiner Bibliothek sowohl für diese als für eine andere Arbeit zu größtem Danke verpflichtet.

Die Würmer wurden mir von Herrn D1‘.J.HEUSCHER‚ Assistenten am zoologischen Laboratorium beider Hochschulen, zur Bearbeitung überlassen. Seiner Güte verdanke ich auch noch neues Material.

Die erste Form scheint die Saenuris velutina GRUBE (ö) zu sein. Ich schlage aber für diese Art, gestützt auf Gründe, die später dargethan werden sollen, den Namen Embolocephalus velutinus vor. Saenuris velutina ist von VEJDOVSKY’ (8) in das Verzeichnis der Species incertae sedis gestellt worden, weil die Beschreibung keinen bestimmten Platz rechtfertigt. Die von GRUBE herrührende Beschreibung lautet folgendermaßen:

„Die zweite Annelide, die man vorläufig auch zu dieser Gattung rechnen mag, obschon sie in der oberen der beiden Borstenzeilen nur Haarborsten und in der unteren bloß zwei Hakenborsten be

sitzt (S. velutina Gilt), fällt sogleich dadurch auf, daß ihr ganzer Körper dicht mit kurzen weichen Papillen besetzt ist; ihr Kopflappen ist dreieckig, etwas breiter als lang und mit dem ersten Segment so zurückziehbar, daß zuweilen das zweite Segment mit seinen Borsten den Vorderrand des Leibes bildet. Die Färbung ist graulich oder ockerbraun mit weißer Gürtelbinde vom neunten bis zwölften Segment. Die Haarborsten der oberen Zeile stehen nur zu je zwei, die Hakenborsten der unteren Zeile mit erst bei stärkerer Vergrößerung deutlich zweizahniger Spitze zu je zwei oder einzeln, wodurch sich diese Art von Nais papillosa KESSL. des Ladogasees unterscheidet.“

Diese Merkmale der Saenuris velutina stimmen sehr mit denen des Embolocephalus velutinus vom Zürichersee überein. Zu den erwähnten Farben kommt auch manchmal Schwarz, entweder überall in der Kopfgegend oder in einigen Segmenten hinter dem Gürtel, hinzu. Auch weicht die Zahl der Rückenborsten ab. Embolocephalus velutinus hat ein bis vier Borsten in den Rückenbündeln. Sind weniger als vier vorhanden, so dürfte dies auf Rechnung zufälliger Verluste zu setzen sein.

Die Zahl der Segmente beträgt 40—70, die Länge des Körpers 3—5 cm. _

Die Zurückziehbarkeit des Kopfes ist ein auffallendes Merkmal. Auf den leisesten Reiz hin verschwindet der Kopf plötzlich und kommt erst nach einiger Zeit wieder zum Vorschein. Inzwischen aber bewegt sich der Wurm lebhaft und, wie es scheint, ganz normal herum mit dem zweiten Segment als Vorderende des Leibes. (Fig.1).

Der vorgestreckte Kopflappen ist, von der Seite gesehen, stumpf und relativ breit. Von der Unterseite ragt ein trompetenförmiger Rüssel vor, mit dickem oberem und unterem Rande und mit dünnen membranartigen Seitenrändern (Fig. 2). Wenn der Rüssel nicht ausgestülpt ist, so sieht man unten nur eine dicke Lippe (Fig. 3). Die Verhältnisse der Teile im zurückgezogenen Zustande sind in Fig. 4 abgebildet. Das Zurückziehen geschieht durch starke Muskeln, welche sich von der Wand des Kopfes und Rüssels bis zu der Leibeswand des zweiten, dritten und der folgenden Segmente erstrecken.

Eine genauere Untersuchung zeigt, daß die dicht gestellten Papillen nicht der Hypodennis, sondern einer ähnlichen Hülse angehören, wie sie bei Slavina appendiculata VEJDOVSKY’ vorkommt. Die Papillen sind kegelförmig, fast gleich groß und bestehen zum größten Teil aus zusammengekitteten Bakterien und Fremdkörperchen (Fig. 5). Die durchsichtige Kittsubstanz ist zusammenhängend um die Basis der Papillen herum und bildet eine cylindrische Hülle um den Körper des Wurmes (Fig. 6). Diese Hülle ist so innig an der Cuticula befestigt, daß es meistens unmöglich ist, sie wegzunehmen. Der Versuch, es zu thun, scheint dem Wurm schmerzhaft zu sein. Wenn die Würmer einige Zeit im Aquarium gehalten werden, so lösen sich in einigen Fällen die Hülsen teilweise los, und der Körper wird frei. Dann beginnt sofort die Bildung einer neuen zarten Hülse, und die gewöhnliche Hülle wird bald verdeckt von einem verästelten baumförmigen Gewächse von in Gallerte eingebetteten Bakterien — leicht zu verwechseln mit einem mit Öltropfen erfüllten Pilze.

Außer den Exemplaren, welche die von GRUBE geschilderte Färbung aufweisen, giebt es auch solche mit weniger auffallender Färbung. Einige zeigen nur eine zarte graue Farbe.

Bei starker Vergrößerung erscheinen alle Papillen einfarbig. Worauf die Färbung beruht, weiß ich nicht; sie wird durch PERENrüsche Flüssigkeit rasch zerstört.

Der Körper ist in allen Regionen mit nicht retraktilen Sinnespapillen ausgestattet. Diese gleichen im wesentlichen den Sinneshügeln von Slavina appendiculata VEJnovsKf und weichen nur in ihrer Form und Innervation etwas ab (Fig. 7). Sie sind einfache Ausstülpungen der Hypodermis mitsammt ihrer Cuticula, und sie tragen an ihrer Spitze mehrere Sinneshaare. Im Innern der Papillen und in Zusammenhang mit den Haaren finden sich Stäbchen, deren proximale Enden in körnigem Protoplasma verschwinden (Fig. 7). Auf Schnitten sieht man, daß jedes Stäbchen in einer langen Zelle endigt, die am proximalen Ende mit einem Fortsatz versehen ist (Fig. 8). Obwohl ich mit Goldchlorid und mit Osmiumsäure behandelte Präparate durchgesehen habe, habe ich keine besonderen Ganglienzellenstränge finden können, welche jenen von Vsmovsxv für Slavina appendiculata beschriebenen entsprochen hätten. .

Die Sinnespapillen sind in zwei Reihen um jedes Segment angeordnet, in derselben Ebene wie die Borsten und die Dissepinente (Fig. 1). Am letzten Segmente sind sie zahlreicher und unregelmäßig gruppiert. Wie vorhin erwähnt wurde, sind die Sinnespapillen nicht retraktil. Daß die Sinneshügel nicht retraktil sind, ist auch für Slavina appendiculata charakteristisch, und dadurch unterscheiden sich diese Papillen von denjenigen der Chaeto

gastriden und der Enchytraeiden. Hd. XXVll. N. l“. XX. 30

Augen fehlen.

Das Gehirnganglion wird bei jeder Bewegimg des Kopfes mehr oder weniger gedrückt. Deshalb ist seine Gestalt sehr veränderlich. Fig. 9 ist nach dem Leben gezeichnet und stellt die Normalform dar.

Die Rückenborsten sind alle haarförmig und finden sich einzeln oder zu zweien, dreien oder vieren in einem Bündel. Alle ausgebildeten Borsten sind gleich lang. Sind weniger als vier vorhanden, so sind wahrscheinlich Borsten verloren gegangen (Fig. 1). Jedes Bauchbündel hat zwei schwach gekrümmte und stumpfe oder undeutlich gespaltene Borsten (Fig. 10).

Die Hypodermis ist reichlich mit Drüsen ausgestattet, welche die Kittsubstanz der Hülse absondern (Fig. 6). Der Bau des Gürtels stimmt mit der Beschreibung überein, welche VnJnovski‘ für die niederen Oligochaeten gegeben hat. Es sind zwei Arten von Drüsenzellen zu unterscheiden (Fig. 11). Die kleineren finden sich paarweise zusammen; sie sehen oberflächlich aus wie in Fig. 12. Die Papillen der Hülse sind in der Gürtelgegend durch eine Kruste ersetzt.

Der Verlauf der Blutgefäße konnte wegen der Undurchsichtigkeit der Hülse, der großen Empfindlichkeit des Kopfes und der häufigen Retraktionsbewegungen, die er ausführt, in der vorderen Region nicht ermittelt werden. In der Region des Mittelkörpers geht vom Rückengefäß jederseits unmittelbar vor dem Dissepiment ein Seitengefäß ab. Dieses Seitengefäß erstreckt sich bis zu der Körperwand, biegt dann nach vorn um und geht an das vordere Dissepiment; hier krümmt es sich nach der Bauchseite und nach hinten, verläuft unter dem Bauchmark nach hinten, um eine kurze Strecke vor seiner Ursprungsstelle dorsalwärts um das Bauchmark umzubiegen und hier wahrscheinlich in das Bauchgefäß einzumünden (Fig. 13).

Wegen der Undurchsichtigkeit der Hülse konnten auch die Nephridien nicht im lebenden Zustande überall beobachtet werden. In Schnittserien aber lassen sie sich zwischen Segment VII/VIII und VIII/IX beobachten. Nachher fangen sie wieder zwischen Segment XII/XIII an. Bei der Grösse der Nephridien dieser Art lassen sich die Trichterzellen und Endblasen außerordentlich leicht erkennen.

Der Gürtel nimmt die Hälfte des Segments X und die Segmcnte XI und XII ein.

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