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lösen und in Verbindung mit der Zelle isoliert werden können Von den Strangbildungen im Gerüst sind die Bänder trotz des gleichen Glanzes — ich habe nur der Unterscheidung wegen erstere dunkel, letztere hell gezeichnet — leicht durch die regelmäßige Begrenzung und den sich gleichbleibenden Durchmesser zu unterscheiden; die Stränge in ihrer wechselnden Ausbildung erinnern sofort an jene in der Stützzelle (Fig. 18) und können vielleicht wie diese gedeutet werden.

Daß die in Fig. 21 dargestellte Zellform als drüsiges Element aufzufassen ist, unterliegt wohl keinem Zweifel, obgleich eine ausgesprochene körnige Struktur nicht zu Tage tritt. Das kompakte Aussehen jedoch, die Lage des Kerns am basalen Zellende, die faserige Gerüstanordnung und vor allem die ausgesprochene Färbbarkeit erscheinen wohl hierfür beweisend; auch vermißt man Körnerbildungen ja nicht durchaus. Bei Apolemia werden wir ganz ebenso geformte Zellen finden, die aber dicht angefüllt von glänzenden Körnern sind und daher keinen Zweifel an ihrer drüsigen Natur aufkommen lassen.

Die Gerüststruktur der indifferenten Zellen (siehe Einleitung) ist in Fig. 22 und 23 sehr gut wahrzunehmen. Die Formeninkonstanz derselben habe ich schon weiter oben erwähnt; als charakteristisch für indifferente Zellen erscheint mir, meinen Befunden gemäß, nur die Gerüstverteilung, die mit der von den Eiern des Strongylocentrotus geschilderten (14) übereinstimmt.

Litteratu r: CLAUS (4) erwähnt aus dem Entoderm der Nährpolypen nur unregelmäßige, drüsenähnliche Zellen, die mit großen rundlichen Körnern erfüllt sind. Welcher der beiden, von mir beschriebenen Zellarten jene Art entspricht, ist nicht zu bestimmen.

Um den Bau der Nesselknöpfe verstehen zu können, bedarf es zuerst einer Klarstellung der Verhältnisse am Fangfaden, weil beide direkt ineinander übergehen. Da ich weder die Beschreibung KonoTNEFEs (9), noch die mit vorzüglichen Bildern versehene Darstellung CHUN’s (3) für ganz erschöpfend halte, so werde ich auf die so komplizierten Wehrorgane der Siphonophoren möglichst genau eingehen und an die Schilderung der Verhältnisse bei Forskalea sogleich die des Nesselknopfes einer verwandten Art, die ich leider nicht genau bestimmen konnte, anschließen. Bei ersterer Species zeigt der Durchschnitt der Seiten- oder Nebenfangfäden, welche die Knöpfe tragen, vor allem eine bedeutende Entwickelung der Lamelle (Fig. 24). Es erheben sich eine Menge oft sich wieder ‘spaltender Längsleisten, die wir auf Fig. 25, welche ein abgespaltenes Stück des Fangfadens, seitlich betrachtet, repräsentiert, von der Fläche sehen. Hier zeigt sich ferner, daß die Lamelle auch quere Fortsätze in den vom Entoderm umkleideten inneren Kanal abgiebt, die eine eigentümliche Anordnung des Entoderms, und zwar geldrollenartig, veranlassen. Fig. 27 giebt ein Bild von einer isolierten derartigen Abteilung des Entoderms; wir bemerken, daß die Zellenleiber in eins zusammengeflossen’ sind und einen, nach der ventralen Seite des Fangarms geöffneten, Ring bilden. Vier Kerne flnden sich mit großer Regelmäßigkeit vor. Das Ektoderm besteht aus einfachen Epithelzellen, aus drüsenähnlichen, d. h. mit weitmaschigem Gerüstwerk versehenen und halbkugelig hervorragenden, Elementen und aus jugendlichen Nesselzellen. Fig. 25 und 28 geben ein Bild von diesen Verhältnissen. In den Nesselzellen ist hie und da (Fig. 29) ein dunkler Streifen angedeutet, der wahrscheinlich auf den dicken Anfangsteil des Schlauches und die Widerhaken zu beziehen ist. Die Längsleisten der Lamelle zeigen isoliert und von der Seite gesehen (Fig. 26) eine längsfaserige Beschaffenheit; die Fasern ziehen wellenartig gebogen dahin und sind hie und da, wie die linke isolierte Faser der Figur darstellt, abgeplattet und in feinere Fäden aufgelöst. Daß diese Fasern nicht als Muskeln des Ektoderms zu deuten sind, sondern zur Lamelle gehören, beweist einmal ihr Verhältnis zum elastischen Band des Nesselknopfes, und zweitens die Anwesenheit anderer, zarter Fasern, die im Ektoderm, vom Protoplasma umsponnen, längs dahinziehen und als Muskeln, am Fangfaden zwar nicht leicht, am Knopf jedoch mit Sicherheit, zu erkennen sind. — Betreffs der jugendlichen Nesselzellen muß ich noch anführen, daß diese stellenweis in Menge (Fig. 28), stellenweis gar nicht (Fig. 25) vorkommen; es könnte dies immerhin auf eine zeitweise Beförderung größerer Mengen der Jugendformen vom Wulst der Polypen nach den Knöpfen zu hindeuten.

Der Knopf besteht, wie aus Fig. 33 zum Teil ersichtlich ist, aus dem flach ausgebreiteten Entoderm, das allseitig von der Lamelle und deren Umbildungsprodukten (elastische Fasern und Angelband) umhüllt ist und aus dem Ektoderm, welches einseitig (dorsal) sehr hoch ist, und hier das Nesselpolster bildet, ventral dagegen sich sehr abplattet und hier die Muskelfasern enthält. Seitliche Partien fehlen auf Grund der flächenartigen Ausbildung des Entoderms ganz. Der Nesselkopf ist in anderthalb Spiral

Windungen gedreht; die Begriffe dorsal und ventral sind deshalb nur in Beziehung zum Bau des Fangfadens verwertbar. Die bedeutendsten Veränderungen unter den drei Schichten der Fangfäden macht bei Übergang dieser in die Nesselknöpfe die Stützlamelle durch. Nur ventral erhält sie sich als gleichmäßig dickes oder vielmehr dünnes Blatt; an den Seiten schwillt sie zu zwei außerordentlich kräftigen Bändern an (Fig. 33 u. 30), die am Ende des Knopfes ineinander übergehen (elastische Bandschlinge); dorsal schließlich bildet sie eine etwas gewölbte Decke, in welcher sich die Fasern, die wir an den Längsleisten auf den Fangfäden kennen lernten, regelmäßig, in stark geknicktem Verlauf, nebeneinander anordnen. Diese seltsame Anordnung lehrt, daß die Faser erst bei der Entladung des Knopfes ihre volle Länge entfalten soll, da dann die Verbreitung der Geschosse auf einem möglichst großen Raum von bedeutendem Vorteil ist. Deshalb sind aber die Kapseln nicht dicht nebeneinander, sondern in bestimmten, größeren Abständen der Faser angefügt (siehe in Fig. 32 die eine isolierte Faser links), denn wäre ersteres der Fall, so könnten nicht eine so große Menge Fasern der gegebenen Länge auf dem engen Polsterraum vereinigt sein, da dann die Zahl der Nesselzellen eine viel zu beträchtliche wäre. — In Fig. 30 ist die regelmäßige Anordnung der Krümmungen (die die dichte Aneinanderfügung der Kapseln im Polster zur Folge hat) nicht mehr ersichtlich, da die Zerstörung des Knopfes auch die Lagebeziehungen der Fasern veränderte und die starken Krümmungen entrollte. Das Gleiche gilt für das elastische oder Angelband, denn auch dies bestand aus einer Menge gleichmäßig zusammengefügter Fasern, die aber wie Fig. 31 zeigt, durch die Zertrümmerung des Ganzen sich entwirrten und dabei zumeist streckten. Während die dorsalen Fasern die kleineren‚ langen Nesselkapseln (Fig. 32, 33) tragen, stehen die Fäden des Angelbandes, wie es scheint, in Beziehung zu den großen, ovalen Kapseln (Fig. 33). Wir haben in diesen jedenfalls die gleichen" Elemente, nur in vollendeter Ausbildung, zu sehen, die als Jugendstadien im basalen Ektodermwulst der Polypen sich vorfinden und oben beschrieben wurden. Ihre Wanderung vom Wulst zum Knopf konnte allerdings bis jetzt nur erschlossen werden; sichere Beobachtungen darüber sind noch zu gewinnen. Die schließliche Ausbildung geben Fig. 35, 38 und 39 wieder. Die innere, zartere Kapselwand, die sich in den dicken Anfangsteil des Schlauches fortsetzt — was Fig. 36 besonders klar zeigt — tritt

in Fig. 35 deutlich hervor, da sie sich lokal von der äußeren, stärkeren Wand etwas abhebt. Diese umschließt auch das Vorderende der Kapsel; ja, der Verschluß wird bei dieser Kapselform sogar noch durch einen polsterartigen Knopf von homogener Beschaffenheit verstärkt. Im Anfangsteil liegen die Widerhaken, die Fig. 38 außerhalb vorstellt; hier, wie in Fig. 37, sehen wir auch, wie der Prozeß der Kapselentleerung durch Ausstülpung des Schlauches bewirkt wird; wie der, im Kapselinnern dünne, weil sekretleere, Schlauch durch den Druck des eintretenden Sekretes außerordentlich erweitert wird, aus der Kapsel vortritt und den noch unumgestülpten Abschnitt in sich mit fortreisst. Was die Ursache des Vorganges ist, ist speziell für die Verhältnisse hier im Knopf kaum zu ersehen. Da die Beobachtung muskulöser Vorrichtungen im Umkreis der Kapseln (19), eine Druckwirkung von außen auf das Sekret über jeden Zweifel erhebt, so kann von einer Auslösung von Spannkräften im Sekret selbst nicht die Rede sein; in der Umgebung der Nesselkapseln des Knopfes findet sich aber nur eine ganz geringe Menge von stark pigmentiertem Protoplasma und nicht die Spur von muskulösen Gebilden — daher bleibt nur übrig, die äußere starke Wandung selbst als muskulös aufzufassen. Dem würde ja auch nicht die Anwesenheit echter Muskelhüllen bei anderen Kapselarten widersprechen, weil diese wohl nur eine Vervollkommnung der Druckäußerung bezweckt; dafür aber spricht das Vorhandensein einer zweiten Hülle um den Sekretraum überhaupt, denn um das Austreten von Sekret aus dem gegebenen Raum zu verhüten, genügte ja schon die innere Wandung, wie wir dies an den Jugendstadien z. B., die sich auf den Fangfäden vorfinden, mit Sicherheit ersehen.

Die sonderbare Anordnung des Entoderms erhält sich auch am Nesselknopf, wie Fig. 33 lehrt; nur sind hier die Geldrollen flach ausgebreitet, da der Innenraum zwischen den beiden Flächen der Lamelle ein schmaler ist. Ventral auf dieser bildet das Ektoderm nur eine ganz dünne Schicht — während es hingegen dorsal zu dem hohen, dicken Nesselpolster anschwillt —; diese Schicht ist aber deshalb äußerst interessant, da sie deutlich längsziehende Muskelfäden erkennen läßt, die auf diesen Raum beschränkt sind. Es giebt also in der That Muskeln im Nesselknopf, deren Aussehen ein durchaus verschiedenes von dem der geknickt ziehenden Stützlamellenfasern ist. Diese Feststellung, die durch die Befunde bei der gleich zur Schilderung kommenden anderen Siphonophore außerhalb jedes Zweifels gestellt wird, beweist sicher, daß die Musculatur mit den Nesselkapseln hier nichts zu schaffen hat; daß als Träger dieser vielmehr einzig und allein die im Fangfaden vorgebildeten, im Knopf so regelmäßig gelagerten Fasern der Stützlamelle bezeichnet werden müssen. Und daß diese Fasern selbst nicht muskulöser Natur sein können, erhellt aus ihrem eigentümlichen Verlauf, aus ihrer völligen Isoliertheit von Zellen so klar, daß außer KOROTNEFF, der sagt (9): „In diesem Sinne darf also das elastische Band als eine Muskelbildung figurieren“, wohl niemand dieser Ansicht entgegentreten wird. ‘

Der Endfaden ist ebenfalls an Nesselzellen reich, die, wie im Knopf, elastischen Fasern (Fig. 34), d. h. Fasern, die von der Lamelle sich herleiten, aufsitzen. Die Kapseln gehören der langen, schmalen Form (Fig. 32) an, welche die Hauptmasse des Nesselpolsters bildet. In diesem haften sie verkehrt, also mit dem Pol, durch den der Schlauch austritt, den elastischen Fäden an, die großen, ovalen Kapseln dagegen normal, nur etwas schräg geneigt (Fig. 33) am Polsterrand fixiert sind. Ich konstatierte stets 2 Fasern im Endfaden, die also, wie im Polster, Äquivalente der Lamelle sind; eine Verwechselung mit Muskeln ist hier ebensogut unmöglich, wie dort, denn es finden sich solche, die denen des Knopfes völlig gleichen, neben ihnen vor. Man erkennt läugsziehende, gestreckte, zarte Fäden, die vom Protoplasma umsponnen sind — diese eigentümliche Lagerungsweise erklärt sich jedenfalls aus der Abwesenheit einer soliden Stützlamelle.

Unbestimmte Agalmide. Unter dem von der Station gelieferten Material an Siphonophoren befand sich auch ein Exemplar einer kleineren Form, welches ich leider konservierte, ohne es vorher näher zu bestimmen, da ich es für eine Forskalea ansah. Wie ich später fand, unterschied es sich von dieser wesentlich auch nur in wenigen Stücken, vor allem im Bau der Nesselknöpfe; genau jedoch die Gattung zu ermitteln, der diese Art eingereiht werden muß, gelang mir weder nach den Zeichnungen von Nesselknöpfen der älteren Werke von LEUCKART (10) und KÖLLIKER (8), noch nach dem großen Hancxnrfschen Werke (18), oder den Arbeiten von Konornnrr (9) und 0mm (3). Ich muß mich deshalb begnügen, erwähnte Form als unbestimmte Agalmide anzuführen; um jedoch eine Nachbestimmung zu ermöglichen, werde ich in der Beschreibung der Knöpfe so genau wie möglich sein.

Der Nesselknopf (Fig. 40) stellt eine nicht allzu dicke, cylindrische Erweiterung des Fangfadens vor, die am freien Ende,

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