Imagens da página
PDF

Liman war noch nicht angekommen), die noch unbesetzte Cajüte des ersten einzunehmen.

Nachdem eiligst, durch wirksame Beihülfe des Königl. Preufsischen Consuls, Herrn Brandenburg, unsere vielfachen Reisebedürfnisse für Beschäftigung in unwirthbaren Gegenden, deren langes Verzeichnifs wir schon früher entworfen hatten, besorgt waren, wozu ein Aufschub der Abreise von zwei Tagen sehr erwünscht kam, begaben wir uns an Bord des Schiffes, und von da an beginnt die Schilderung der Reise selbst.

Obwohl die Reise durch die libysche Wüste durch Hrn. Prof. Scholz, durch Hrn. Von Minutoli und in dessen Nachträgen zur Reise durch Hrn. Gruoc's mitgetheiltes Tagebuch, also bereits schon dreimal beschrieben ist, so hielt ich doch meine Darstellung derselben, abgesehen davon, dafs sie einen wesentlichen und aufopferungsvollen Theil unserer Reisezeit betrifft, nicht für ganz überflüssig. Nur in Herrn Von Minutoli's Reisebeschreibung findet sich eine Uebersicht des allmäligen Fortganges der Reise in dieser vor uns in ihrem Detail ganz unbekannten Küstengegend, welche doch einst einen grofsen Verkehr zwischen der Cyrenaica und Aegypten unterhielt und viele Ortschaften trug. Herr Prof. Scholz hat vorgezogen, seine Bemerkungen in kleinere summarische Uebersichten von einander abzusondern und diesem Vortheile die allgemeine Uebersicht aufzuopfern; Ueberdiefs hat der Letztere, obwohl mit der arabischen Sprache sehr gründlich bekannt, um Irrthümern vorzubeugen, geflissentlich alle arabischen Worte, welche ihm vorgekommen, ganz treu in der Form mitgetheilt, in welcher sein Ohr sie aufgefafst hatte, wo nicht ein arabischer Gelehrter ihm die bestimmte Orthographie gab. Dafs dergleichen ganz einlach hingestellte Itinerarien zur Anerkenntnifs der Wahrheit späterer Forscher viel beitragen, ist eine anerkannte Sache, allein da in Hrn. Von Minutoli's Reise kein Versuch gemacht ist, die verschiedenen Ortsbenennungen zu vereinigen, und wir die Zahl derselben noch um ein Bedeutendes vermehrt haben würden, so glaubte ich schon darin einen Dank auch meiner Herren Begleiter verdienen zu können, wenn ich unsre oft sehr verschiedenartigen Ortsbezeichnungen nach meiner mir später erworbenen Kenntnifs der arabischen Vulgärsprache zu vereinigen suchte, was für mich nicht immer ganz leicht war, für einen Andern aber noch viel schwieriger und ganz abschrekkend gewesen seyn dürfte. Fünfjährige Erfahrung hat mich gelehrt, dafs die Ortsbenennungen der Araber weit häufiger eine bestimmte Bedeutung haben als sie blofse Appellativ-Namen sind. Die Anwendung dieses Erfahrungssatzes hat mich in der Orthographie oft geleitet, und spätere Anfragen bei gelehrten Arabern haben meine Vermuthung oft bestätigt oder auf eine ganz ähnliche Weise abgeändert. Wo ich zweifelhaft blieb, habe ich den bezeichnenden Schall, als bedeutungsloses Appellativum, in Parenthese gestellt

[graphic]

Ein zweiter Erfahrungssatz, auf den ich aufmerksam machen zu müssen glaube, ist der, dafs die Orthographie der schriftgelehrten Araber selbst verschieden ist. Schon Niebuhr, dessen heller Blick viel auffafste, was sehr zu berücksichtigen ist, hat in der Vorrede zu seiner Beschreibung Arabiens dieselbe Bemerkung gemacht, welche ich vielfach bestätigen konnte. Diese Erfahrung darf nun zwar nicht dahin fuhren, zu meinen, es sey ganz einerlei, wie man den Ton der Worte deute, und dafs mithin jede Orthographie die richtige sey, aber eben so wenig darf man ängstlich auf die von einem Scheech erhaltene Orthographie bauen wollen, um eine andere umzustofsen. Man kann, meiner Erfahrung zufolge, eine Regel über die Orthographie der neu - arabischen Ortsbezeichnungen so stellen, dafs, je cultivirter die Gegenden sind, sie desto mehr sinnlose oder verstümmelte Appellativ-Namen ') enthalten, je geringer und neuer aber ihre Cultur ist, desto wahrscheinlicher ist das Ausdrucksvolle der Appellativ-Namen ihrer einzelnen Punkte.

Ein dritter hierher gehöriger Satz ist, dafs sich die Ortsnamen in sehr entfernten Gegenden oft auf1) Sonderbar, dafs Cultur und Unsinn sich so die Hand bieten. Eine ganz ähnliche Erscheinung giebt aber die Naturgeschichte unserer Zeit, wo bei der grofscn Vermehrung der Formen-Kenntnifs die Naturforscher, freilich nicht die bessern, sinnlose und sprachwidrige Namen sogar vorziehen. Irgend etwas sollte doch in der Naturgeschichte der Name bezeichnen, wenn nicht den systematischen Character, doch die Hauptfarbe, den Provinzialismen, den Familiencharacter, das Haupt - Vaterland, den Entdecker des Gegenstandes, oder dem Aehnliches. Schon die Würde des Menschen im Allgemeinen giebt diefs Gesetz.

fallend wiederholen. Ich werde Gelegenheit nehmen, auf in Dongala vorkommende auffallende Falle dieser Art hinzudeuten, welche den Geschichtsforschern Winke für syrische Völkerwanderungen geben, wofür andere Quellen der Geschichte nichts aufbewahrt haben.

In den der Reise beigefügten Landcharten wollte ich besonders die mir aus der eigenen Ansicht gewordene Idee der Länder, und in der ersten die der Bildung der libyschen Wüste anschaulich machen, und wenn ich dabei weniger Ansprüche machen kann auf die allzugenaue Berücksichtigung der von mir angenommenen geographischen Orts-Bestimmungen, so glaube ich doch, zur Deutlichkeit und Richtigkeit der geognostischen Darstellung Einiges beigetragen zu haben. Aus dieser geht im libyschen District die durch Landesbildung bedingte Nothwendigkeit hervor, dafs alle in früheren Zeiten statt gefundene Cultur dieses Erdstrichs sich nur auf einen schmalen Küstensaum beschränken konnte, denselben, welchen der nördliche Abfall des Wüstenplateau's mit den Meeresdünen bildet, und der zweimal durch das bis zum Meere in nördlicher Spitze ausgezogene Wüstenplateau unterbrochen wird. Diese zwei Wüstenzungen sind es, welche die alten Geographen unter den Namen Katabathmus major und minor kannten, und welche unsere, durch Herrn v. Minutoli veranlasste und geleitete Expedition zuerst zur klaren Ansicht gebracht hat. Welchen unbedeutenden Einflufs auf Nord-Afrika seit den ältesten Zeiten der Geschichte das Mittelmeer ausgeübt habe, glaubte ich durch Auszeichnung des neu gebildeten Küstensaumes mit dunklerer Farbe anschaulich zu machen. Im Uebrigen beziehen sich die Farben der Charte auf den nur aus unsrer Erfahrung genommenen geognostischen Character der Districte. Die Protection in Quadraten zog ich vor, weil ich im rothen Meere die Charte des Lord VaLenzia, welche dasselbe Netz hat, zum Grunde gelegt hatte, und weil sie mehr Raum für Bemerkungen und vielleicht spätere Einzeichnungen giebt.

Am Nil waren der bekannten Details schon zu viele, als dafs ich für einen kleinen Mafsstab, aufser manchem Geognostischen, etwas hätte hinzufügen können. Am rothen Meere ist besonders der Eingang in den Meerbusen von Akaba von uns zuerst besucht, und, wie ich glaube, berichtigt worden. Meine Winkelmessungen vom St. Catharinenberge des Sinaigebirgs haben andere Berichtigungen herbeigeführt, und die unter oft sehr grofser Unbequemlichkeit sorgfältig von mir selbst entworfene Ansicht der zusammenhängenden Gebirgsprofile der Küsten des rothen Meeres dürfte manchem Geognosten doch erwünscht seyn. Die folgenden Blätter der Landcharte enthalten, als neue Beiträge für Geographie, einige Winkelmessungen von den Schneespitzen des Libanon und die Reiseroute über einen grofsen Theil dieses Gebirgs; einen bisher unbekannten gröfsern Strich des Landes der Wechabiten; die ganz unbekannt gewesene gröfsere bewohnte Insel Farsan mit vielen andern mit Namen versehenen den, Seecharten unbe

« AnteriorContinuar »