Imagens da página
PDF

diesem jene fruchtbare Mergelbildung eingeschoben zeigen, macht es beim Ueberschauen der Fläche nicht unwahrscheinlich, dafs das Meer wohl die leicht zerstörbaren Zwischengebilde weggespült habe, und dafs so die festern Punkte zu Inseln wurden. Allein so ergreifend und an die Natur sich anschliefsend diese Idee auch ist r), bei welcher es scheint, als habe man die Natur in der Werkstätte grofser Bildungen belauscht, so bleiben doch unangenehme Schwierigkeiten zurück. Das Meer bringt nicht noch fortwährend die Auflösung des übrig gebliebenen schmalen Küstensaumes hervor. Es giebt seit Jahrhunderten genau bekannte und beständige Formen von Häfen, und die Küstenbewohner sind sorglos für ihre Wohnplätze. Ja wir sahen bei Tri est in der Nähe des Hafens das Meer den Sandstein bespülen und daselbst vorkommende, noch unter Wasser befindliche Breccie der allerneuesten Bildung liefs eher glauben, dafs das Meer anbaue, als dafs es abreifse. Mehr Beobachtungen und spätere Zeiten werden uns allmälig lehren, welche Kräfte und welche Umstände dazu beitrugen, das Meer zwischen diese Inseln und das gleichartige Festland zu stellen, wobei selbst die vulkanischen Kräfte, den geschichtlichen Nachrichten zu Folge, von zu geringer Bedeutung erscheinen.

Botanischer Character der Bocca di Cattaro im Monat August.

Oehlbaumpflanzungen 2) bilden die Hauptmasse der Bäume des Untergebirges. Zu den Wohnungen gesellen sich hie und da eine hohe Cypresse 3) oder Pinie 4), Feigenbäume s) und Wein 6); Citronen- 7), Granat- 8) und Castanienbäume 9) schliefsen sich, nebst einigen Mandel- r0), Aprikosen- IX), Birn- r2) und Aepfel1) Herr Partsch, pag. 46.

2) Oiea europaea. 3) Cupressus sempervirens. 4) Pinus Pinea. 5) Ficus Carica. 6) Vitis vinifera fructu rubro et albo et baccis subsesquipollicaribus. 7) Citrus medica et Aurantium. 8) Punica Granalum. 9) Castanea vesca. 10) Amygdalus communis. 11) Armeniaea vulgaris. 12) Pyrus communis.

[graphic]

bäumen r), an die Nähe der Olivenpflanzungen. Einzeln vorkommende Eichen 2) zeigen durch minder üppigen Wuchs das südliche Clima an.

Das Grün der unbebauten Stellen sind wilde Sträucher von Myrten 3), Pistacien 4), Lorbeeren s), Tamarisken 6), Wachholder 7), Heiden 8) und Cypressen 9). Die Zäune der Weingärten werden durch Granatsträucher, Rosen r0), Brombeeren rr), Weifsdorn r2) und Mäusedorn r3) unterhalten. In jedem Weinberge ist ein Plätzchen für italisches Rohr I4), um aus ihm Stützen für die Weinreben zu ziehen.

Als Getreide und Gemüse-Pflanzen trafen wir Mais und Sorgh CSorghum vulgare), Weizen und Gerste, rübenförmige Zwiebeln, Kraut, Kohl und Rüben, Wasser- und Zucker-Melonen.

Unübersehbare Mengen von Adlerfarn fPtcn's aquillna) gaben zuweilen ganzen Gegenden einen gelblich-grünen Farbeton, und zwischen den Myrten- und Lorbeersträuchern traten als besonders häufige, wilde Pflanzen die Garten-Salbey mit dem salbeyblättrigen Cistus hervor. An schattigen Stellen wuchsen wilde Springgurken (Momordica Elaterium) und es fanden sich Spuren einer ArumArt. In die Zäune verwebten sich Bryonien rs). Am sandigen Meeresrande glänzten die grofsen Blumen des gelben Glaucium, und am Rande der Quellen Vitex agnus castus. Am salzigen Meeresufer wuchs Salsola Kali.

Die nackten Kalkfelsen als Hauptgebirge gaben uns, wo wir sie berührten, das Bild einer todten Natur. Nur sparsam und kümmerlich standen hier und da einzelne holzige und versengte Pflan1) Pyrus Malus. 2) Quercus Robur et Cerris. 3) Myrtus communis. 4) Vis Inda lentiscus. 5) Lauras nobilis. 6) Tamarix gallica (sterilis). 7) Juniperus Oxycedrus. 8) Erica arborea. 9) Cupressus bacciformis Willd. Somit wäre denn das Vaterland dieser Pflanze gefunden. 10) Rosa canina var. foliis elongatis aculis et Rosa collina Jacquin. 11) Rubus discolor (r/.. Schlechtendal et Chamisso in Linnaea, Januario 1827. pag. 12.). 12) Crataegus monogyna. 13) Ruscus hypophyllum. 14) Arundo Donax. 15) Bryonia alba.

zen des europäischen Heliotropiums, einige Arten von Pfefferkraut und eine Wolfsmilch x).

Wasserfäden im Süfswasser, Seetang im Meere, Stein- und Baumflechten und kleine Pilze, aus den Gattungen Caeoma, Sphaeria, Peziza, sammelten wir mehrere Arten und gewifs hätte eine ihnen günstigere feuchte Jahreszeit uns einen grofsen Schatz noch andrer Formen geliefert.

Die Agave americana fanden wir häufig in den Weinbergen verwildert. Nie irgendwo erinnerten wir uns, so grofsbeerige Trauben gesehen zu haben, als in Castel nuovo. Die Besen zum Reinigen der Häuser waren aus Sorghum gefertigt. Unsre Matrosen (Dalmatier) sammelten Körbe voll Salbey, um den Absud davon des Morgens statt Kaffee zu trinken, und, wie sie versicherten, bedient sich das Volk des Landes des Epheu- und Melissenabsuds zu gleichem Zweck. Rohe Zwiebeln und Brod war ein häufiges Frühstück derselben.

Schwieriger ist es, ein ähnliches zoologisches Bild zu entwerfen, indem es uns für einige Abtheilungen von Thieren an Zeit und Mitteln fehlte, sie uns zur Ansicht zu verschaffen. Kenntnifs der Raubthiere verlangt einen längern Aufenthalt. Vögel zu schiefsen war in der Nähe der beiden Festungen verboten. Fischmärkte gab es nicht. Was wir im Allgemeinen über die einheimischen Thiere sagen können, besteht in Folgendem:

1) Heliotropium europaeum. Satureja montana. Salut cjii Campanella nov. sp.

suffruticosa ramis pubescentibus foliis ovato lanceolatis acutts integerrimis hispidulis

subsessilibus florum cymis folio parum longioribus bracleatis, calycibus brevius cam- panulalis profunde 5 fidh.

llabitu proxime accedit ad S. rupeslrem Wulf. Willd. Satureja Olla nov. sp.

suffruticosa, ramis setictJosis, foliis anguste linearibus et lanCeolato- linearibus, acutis setoso-hispidis, florum cymis folio fix longioribus Iracteatis, calycibus brevius campanulatis profunde 5 fidis.

llabitu propius accedit ad Satur. Thymbram cujus flores et fulia majora sunt. Euphorbia epithymoides, teste Roepero.

[graphic][graphic]

Zoologischer Character der Bocca di Cattaro.

Von Hausthieren sahen wir Pferde, Esel, Rinder, Schaafe und Hunde. Die Pferde waren klein und schwach, von keiner gefalligen Form, von keiner hervorstechenden Eigenschaft. Aehnliche, nichts weniger als schöne Esel wurden zum Lasttransport und zum Reiten auf dem Lande verwendet und schienen gröfsres Bedürfnifs zu seyn, obwohl der meiste Transport auf Barken zu Wasser geschah. Kleine und magre Rinder mit geringem Hornwuchs und kurzwollige Schaafe mit dünnen Schwänzen begegneten uns hier und da. Schweine, Ziegen und Katzen sahen wir nicht, obwohl sie keineswegs fehlen. Ein Thier der erstem Art schenkte unser Capitain seinem Vater von der Schiffsprovision. Rücksichtlich der Ziegen versicherte uns ein Beamter, dafs dergleichen frei zu halten, wegen angerichteten Schadens in den Gärten, in der Bocca verboten sey, dafs sie aber zum Behuf des Fleisch-Genusses einen Hauptartikel der Einfuhr vom Monte negro ausmachen. Die Hunderace gleicht unsern Schäferhunden. Von der Race des Bologneser Hündchens, um dessen Stammplatz die nahe Insel Meleda gewifs fälschlich mit Malta stritt (Canis melitaeus), sahen wir keine Spur.

Pfingstvögel, Steinschmälzer, der südeuropäische Sperling, Schwalben und Bachstelzen sind mit Hühnern und Gänsen alles, was wir von Vögeln sahen, und Officiere der Garnison versicherten, dafs zu andern Jahreszeiten auch nicht viel andre Sorten anzutreffen sind, was aber zu bezweifeln ist .

Von Fischen, an denen das Meer reich seyn soll, sahen wir (wegen gleichzeitiger Fasten) nur Torpedo marmorata, den gefleckten Zitterrochen.

Von Amphibien waren besonders Landschildkröten (die griechische) nicht selten; wir fanden deren häufig auf unsern Excursio- nen zwischen den Weinbergen. Es soll in der Bocca 3 Arten Schildkröten geben, von denen 2 im Meere leben. Von Schlangen fanden wir abgestreifte Häute, von Eidechsen sammelten wir mehrere Abarten der Lacerta muralis, so wie auch eine Froschart in den Süfswasser-Sümpfen bei Castel nuovo.

[graphic]

Von Mollusken sahen wir häufig Seepolypen (Octopus vulgaris^ als Fastenspeise benutzen, sonst aber aufser Mytilus edulis nichts von Seeconchilien und keine Landschnecken, die jedoch wohl blofs wegen grofser Dürre sich verborgen hielten.

Von Krustenthieren (Krebsen) fingen wir einen Palaemon und ein Grapsus im Meer, so wie Arten der Gattungen Armadillo und Porcellio auf dem Lande. — Von Arachniden sahen wir nur mehrere Arten wirklicher Spinnen, keine Scorpionen, obwohl wir deren schon in Triest gefunden hatten.

Von Insecten sammelten wir 166 Arten, sowohl Land- als Wasserinsecten. An Individuen waren Orthoptern (Heuschrecken) vorherrschend; an Arten waren Herniptern (Singcicaden und Baumwanzen) überwiegend.1). Die meisten Formen sind schon bekannte Südeuropäer, mehrere noch unbeschrieben.

1) Wir sammelten Lepidoptern 33 Arien, aus den Gattungen Colins, Vanessa, Pontia, Melitaea, Hippar- chia, Lycaena, Thymele, Psyche, Noctua, Phalaena, Pyralis, wobei die Gattungen Hipparchia, Lycaena und Pyralis vorherrschen. Coleoptern 23 Arten, aus den Gattungen Callidium, Lamia, Trogosita, Coccinella, Cas- sida, Phalacrus, Buprestis, Bruchus, Curculio, Calandra, Anobium, Cryplocephalus,

Hallica, Engis, Hydrophilus. Vorherrschend waren die Arten der Gattung Coccinella. Orlhoptern 27 Arten, aus den Gattungen Gryllus, Locusta, Acridium, Acheta, Mantis, Truxalis, Forficula, Gryllotalpa. Bei weitem überwiegend war die Artenzahl der Gattung Gryllus. Herniptern 34 Arten, aus den Gattungen Reduvius, Coreus, Nabis, Lygaeus, Saida, Ci

mex, Hydrometra, Notonecla, Tettigonia, Cicada, Aphis. Vorherrschend waren die

Arten der Gattungen Lygaeus, Cimex und Hydrometra. Hymenoptern 24 Arten, aus den Gattungen Eumenes, Polistes, Apis, Chalcis, Hylaeus,

Anthophora, Boinbus, Xylocopa, Sphex, Ichneumon, Bracon, Formica. Vorherrschend

an Arten war die Gattung Ichneumon.
Xeuroptern 7 Arten, aus den Gattungen Libellula, Apion, Hemerobius (Perla).
Diplern 24 Arten, aus den Gattungen Syrphus, Eristalis, Scaeva, Milesia.
Aptern 1 Art der Gattung Julus.

« AnteriorContinuar »