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längsovales Lochl5) begrenzen. Nach hinten sendet er 2 durch eine kurze Querconimissur verbundene Fortsätze1Ä), von dem obern derselben entspringt eine Spangel7), welche in nach vorn concavem Bogen herabsteigt, um mit dem Skeletapparat für die die Zunge bewegenden Muskeln zu verschmelzen. Dieser mächtige, die ventralen Enden beider Zungenbeinbogen verbindender Abschnitt kann als nichts Anderes, als eine iu Anpassung an die colossale Entwickelung der der Locomotion der Zunge vorstehenden Muskulatur eigenthümlich differenzirte Copula gedeutet werden. Er ist hergestellt von 6 Lamellen (Cl) '■) und einem mächtigen hintern Fortsatz (Cf) '*). Erstere zeigen sich in 2 hinter einander liegende Reihen gruppirt, von denen die erstere 4, die letztere 2 umfasst. Die einzelnen Stücke beider Keihen sind gegen einander beweglich. Das hintere Endstück erscheint in Form eines dorsal riunenförmig ausgehöhlten nach vorn mit den hintern Copularlamelleu verbundenen nach hinten frei und spitz endenden Abschnitts. Von der Verschnielzungsstelle des ventralen Bogenendes mit der hintern Lamelle entspringt noch ein unansehnlicher dünner, nach oben und hinten strebender Fortsatz (p) 2°), welcher als der hintern Copularlamelle angehörig betrachtet werden muss. Ausserdem finden sich eine weite Strecke hinter dem hintern Ende des Copularendstücks 2 isolirte, über einander lagernde längsgestellte in die Muskulatur eingesprengte (s. § 2) Skeletplättchen, die jedenfalls ursprünglich mit der Copula verbunden, durch die dazwischen geschobene Muskulatur losgelöst worden sind. Nach vorn verbindet sich die Copula mittelst eines bei Myxine bindegewebigen (bei Bdellostoma knorpligen) Stranges (y) mit dem Tentakelkranz.

Ausserdem besitzen bei Myxine die von 2 mächtigen Duplicaturen der Mundschleimhaut hergestellten Zungenlappen ein besonderes Stiitzskelet, bestehend in je 2 durch laterale Commissuren zusammenhängenden Knorpelplatten, einer vordem ovalen (Vzk) und einer hintern leistenförmigen (Hzk)11).

Der Zungenbeinbogen der Petromyzonten wird fast aller

15) Müllbb: Zweite Lücke im Anfang des Schlundkorbes.
16j Müllee: Oberer und unterer Fortsatz des Schlundkorbes.

17) Müllbb: Grosses Zungenbeinhorn.

18) Mülles: Zungenbeinknochenstücke.

19) Müller: Knorpeliger Kiel des Zungenbeins.

20) Mülleb: Kleines Zuugenbciuhoru.

21) lieber die Abweichungen des Baus dieser Knorpel zwischen Myxine und Bdellostoma s. § 2 Anm. 15.

Complicationen, wie sie bei Myxine bestehen, baar angetroffen, aber höher differenzirt, indem er bereits eine Gliederung im Hyomandibulare22) und Hyoidstück") aufweist. Ersteres (Hm) entspringt dicht hinter dem Kieferbogen von der Schädelbasis als nach unten und aussen gerichtete Spange, deren unteres Ende mit dem Hyoidstück articulirt. Dieses (Hs) erscheint in Form eines längsgestellten Plättchens. Das ganze System der Copularstücke findet sich hier auf einen dreieckigen Knorpel reducirt (C)24), welcher aber seine Beziehungen zum Hyoidstück verloren hat durch mächtige Entwickelung des hintern Zungenstützknorpels, der sich zwischen Copula und ventrales Ende des Zungenbeinbogens gedrängt hat.

Das innere Stützskelet der Zunge weist hier wieder die beiden vordem ovalen Platten "), allerdings in sehr reducirtem Zustande auf (Vzk). Der hintere Zungenknorpel der Myxine ist hier zu einem langen, Muskeln zum Ansatz dienenden Skeletstück (Hzk) i8) differenzirt. —

Der Innenfläche des Zungenbeinbogens erscheint bei Myxine das Stützskelet des Schlundsegels angelagert, welches letztere den Abschluss der hintern Oeffnung des Nasengaumenganges besorgt. Es besteht der Apparat jederseits aus einem längs verlaufenden horizontalen Theil (Ph, Fig. 2)27) der mittelst seines vordem Endes mit dem Zungenteinbogen articulirt und mit dem der an

22) Rathkb: Hinterer Stach elfortaatz des Schädels. Bobn: Griffelfortsatz.

Mayer: Schulterblattknorpel.

Müller: Absteigender Fortsatz der Schädelbasis.

Hcxley: Stylohyal.

23) Mayeb: Schlüsselbeinknorpel.

Müller: Knorpelplatte des absteigenden Fortsatzes der Schädelbasis.

24) Kathke: Herzförmiger Zungenknorpel.
Bobn: Zungeukuorpel.

Mayeb: Dolchformiger Zungeubeiukiiorpel.
Müller: Zungenbein.

25) Kathke beschreibt die beiden getrennten Platten als „gabelförmigen

Zungenknorpel".
Mayer: Lippenknorpel der Zungenspitze.

Müller: Knorpliger Zungenstiel, dessen Homologie mit dem hintern
Zungenknorpel der Myxine er eigens angiebt (Cap. I S. 224).

26) Rathke: Schwertförmiger Zungenknorpel.
Mayeb: Gabelförmiger Zungenknorpel.
Müller: Knorpliger Zuugenstiel.
Hüxley: Zungenknorpel.

27) Müller: Hauptstück des Schlundsegels.

(lern Seite durch einen Querbügel (Ptr)28) verbunden erscheint. Letzterer trägt wieder ein complicirtes Gerüst von dünnen Längsund Querspangen. Ebenso findet sich auch bei den Petromyzonten im Niveau des Hyomandibulare der Stützapparat eines Schlundsegels, das dem Abschluss des Bronchus vom Rachen vorsteht, aber keineswegs als Homologon des Schlundsegels der Myxine beurtheilt werden darf (s. d. im vergleich. Theile). Er wird hergestellt von 2 durch eine Quercommissur verbundenen ovalen Platten (Fig. 24 x), welche bei Petrom. fluv. und Pianeri ausserdem eine Anzahl nach vorn gerichteter fingerförmige Fortsätze tragen.

Ausserdem besteht bei beiden Repräsentanten der Cyclostoinen ein System von dem Schädel vorgelagerten Skeletstücken, das jedoch aus später zu erörternden Gründen (s. im vergleich. Theile) als eigenartige Bildung der Myxinoiden wie Petromyzonten zukommend beurtheilt werden muss und sich weder innerhalb der Cyclostomenabtheilung noch mit den Labialknorpeln der Fische vergleichen lässt.

Bei Myxine erscheint es als halbringförmiger den vordem obern Mundrand bildender Teutakelkranz (C, Fig. 1), welcher jederseits 3 Tentakelknorpel (Tlt T2, T3)'") tragend, zwischen dem 1. und 2. sich von Bandmasse unterbrochen zeigt, in der Mittellinie mit dem Ethmoid, an der Basis des* 2. Tentakelknorpels mit dem Proc. spinosus der Gaumenleiste und an der Basis des 3. Tentakelknorpels durch ein Band (y Fig. 1. 3) mit der Copula verbunden30) zeigt. Ein 4. Tentakelknorpel (T4) erscheint ausser Zusammenhang mit dem Tentakelkranze.

Bei den Petromyzonten wird ein mächtiges Vorknorpel-System angetroffen, bestehend aus 3 voluminösen und 2 kleineren Abschnitten. Erstere stellen dar einen vordem ringförmigen Knorpel (Ca, Fig. 16)3I), einen an den hintern Rand dieses anschliessenden

28) Müller: Mittelriemen deö Schlundsegels.

29) Mülles beschreibt den 2. Tentakel, weil er bei der Ansicht von der Seite über dem ersten liegt, als 1. und letztern als 2. Tentakel.

80) Bei Bdellostoma bestehen hier nach Müller noch eine geringfügige Abweichungen betreffs des Zusammenhangs des Tentakelkranzes mit den vordem Copularlamellen.

31) Bathke: Vorderer Ringkuorpel mit üriffelfortsatz.
Born: Zwischenkiefer mit Oberkiefer.
Mayer: Vorder- und Unterkieferknorpel mit Griffelfortsatz.
Müller: Lippenring mit stielförmigem Anhang.

Hüxlet fasst sämmtliche Vorknorpel als „accessorische Lippeukuorpel"
zusammen.

halbringförmigen (Cs) ") und einen diesem folgenden paarigen rhombenförmigen Knorpel (Cr)33). Die beiden letzten werden zum Theil vom Ethmoid überdacht. Die beiden kleinen Knorpel bilden einen dem Ringknorpel anlagernden Proc. spinosus (Ps) und eine kleine dem halbringförmigen Knorpel angelagerte Platte (Cl)31). Sämmtliche Vorknorpel stehen durch Bandmasse mit einander im Zusammenhang.

Der Nachweis, dass die Vorknorpel und der Tentakelkranz vorderen Kiemenbögen entsprechen, kann nicht mehr geführt werden.

§ 2.

Muskulatur des Kopfskelets von Myxine glutinosa.

Die Muskulatur des Kopfskelets von Myxine glutinosa1) kann man bezüglich ihrer Ursprungs- und Insertionsverhältnisse2) in folgende Gruppen scheiden:

I. Muskeln des Tentakelkranzes und des Nasenrohrs.

II. Muskeln des Kieferbogens.

III. Muskeln des Zungenbeinbogens und der Zunge.

IV. Muskeln, welche den Kieferbogen mit dem Zungenbeinbogen verbinden.

V. Muskeln des Schlundsegels.

I. Muskeln des Tentakelkrnnzcs und des Äasenrohrs.

1) Tentacularis posterior (Tp. Kig. 7).

2) Tentacularis anterior.

32) Rathke: Hinterer Riugkuorpel.
Born: Pflugschar.

Mayer: Oberkiefer und Oaumenfortsatz (d. i. das vordere schnabel-
förmige Ende).
Müller: Vordere Deckplatte des Mundes.

33) Rathkb: Tafelförmiger Knorpel.
Mayer: Gaumenbeinkuorpel.

Möller: Hintere Seitenleiste des Mundes.

34) Rathke: Seitentheil des Zungenbeins. Mayer: Hornfortsatz des Oberkiefers. Müller: Vordere Seitenleiste des Muudes.

1) Die meisten dieser Muskeln hat J. Müller nur an Bdellostoma beschrieben. Nur, wo beträchtlichere, sofort in die Augen fallende Abweichungen nach Form und Verlauf bestanden, hat er eine nähere Schilderung auch jener der Myxine gegeben.

2) Aus practischen, später sich ergebenden Gründen ist im descriptiven Theile diese Scheidung der Eiutheilung nach der Innervation vorgezogen.

3) Tentaeulo-ethmoidalis (TV. Hg. 4).

4) Trans versus oris.

5) Nasalis (N. Fig. 7).

G) E t h ni o i d e o - n a s a 1 i s.

Meist unansehnliche Muskeln, welche bis auf den Tentacnlaris post. sänimtlich vom Ophthalmitis innervirt werden. Letzterer wird als Abschnitt des Seitenrumpfmuskels von einem Ast des ersten Spinalnerven versorgt.

1. Tentacnlaris posterior.

Miller: /urückziehcr der Tentakel*).

Ziemlich breiter platter Muskel, an der Seite des vordem Kopfabschnitts subcutan gelegen. Er entspringt von der gemeinsamen Aponeurose der beiden Dorsalportionen des Seitenrumpfmuskels, dessen vorderer Rand in die untern 2 Drittel des Ursprungs ziemlich genau einpasst. Seine Fasern verlaufen nahezu parallel nach vorn, um sich terminal in 3 zusammenhängende Portionen zu sondern, eine obere, mittlere und untere. Die obere und untere inseriren sich, schräg auf- resp. abwärts steigend, an der Aussenfläche der Basis des 2. resp. 3. Tentakelknorpels, während die mittlere Portion mit einem dünnen bogenförmigen Schnenstreif als vorderem Rande abschliesst.

Function. Zieht den 2. und 3. Tentakel zurück.

2 Tentacnlaris anterios.

Kleiner schlanker Muskel am vordersten Rande der Mundöffnung. Entspringt von der Basis des 4. Tentakelknorpels. Seine Fasern ziehen um die Innenseite des 3. Tentakels, hier mit diesem abhärent, um nach vorn und oben sich wendend, ihre Insertion mittelst einer kurzen dünnen Sehne an der Basis des 1. Tentakelknorpels zu finden.

Function. Nähert den 1. und 4. Tentakel einander, wirkt zugleich (bei fixirtem 4. Tentakel) als Zurückzieher des 1. Tentakels.

3) Nach J. Müller entspringt der Muskel bei Bdellostoma an der Gaumenleiste. (?) Auf der Abbildung bietet er sich bedeutend in seiner Breite reducirt dar durch Wegfall des untern Abschnitts. Dem entsprechend erschöpfen sich auch seine Bündel in einer obern und untern Portion, von denen erstere bei Bdellostoma sich au die beiden ersten Tentakel heften soll. Bei Myxine besitzt der 1. Tentakel einen besondern kleineu Muskel (Teiitac. aut.), den Müller nicht anführt. Gegen eine seenndäre\Ablösung des letzteren vom Tentacularis post. spricht seine Iunervatiou durch deu Uphthalmicus. Jedenfalls ist er von Müller übersehen worden.

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