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Erklärung der Abbildungen.
Taf. XVUI.

c = Herz.

cl = Ueschlechtscloake.

co' = commissura cerebro pedalis. o—p.

co" = commissura cerebro-visceralis.

d = Dotterhaut.

ec Ectoderm.

en = Entoderm (der „Dottersack" der Autoren).

f :Fuss.

fl — flagellum.

g = Gangben.

g b zz gl. buccale oder sympathicum.

g ee Hirn, oberes Schlund- oder Cerebralganglion.

g pd Fussganglion.

g co gl. commissurale.

g pl gl. palliale.

g ge gl. genitale.

g al Eiweissdrüse.

gl m glandulae mucosae (büschelf. Drüsen).

m = Mundmasse.

m r = musc. retractor penis.

mt = Mantel.

mir Mantelrand.

n = Niere.

p = penis.

p5 z= Pfeilsack.

r = Richtungsbläschen.

T t receptaculum seminis (Samentasche).

5 Schale.

sb ~ contractile Schwanzblase.

u = Urniere.

ut = Uterus.

v ~ velum.

v d vas deferens.

v s = vesiculae seminales (Samenblasen).

zic = Zwitterdrüse.

iwg =. Zwittergang.

1 nerv, pallialis dexter.

.'. = n. pall. medius.

8 = n. genitalis.

4 = n. cutaneus.

6 = n. pallialis sinister.

338 H. v. Jhering, Heber die Entwickelungsgeschichte von Helix. 1

Fig. 1. Reifes Ei von Helix pomatia mit Keimbläschen und Keimfleck- ■ Fig. 2. Ein solches in der Zweitheilung. Man erkennt deutlich die feht I Dotterhaut.

Fig. 8. Ei desselben Thieres in der Viertheiluug.

Fig. 4. H. pom. Die vierte Kugel ist zerfallen in vier kleinere (er), welche 1

die dunklen rasch umwachsen. Fig. 5. M. pom. Die Eutodermzellen sind vom Ectoderm schon umwachse. I

Letzteres bildet einen feiueu durchsichtigen Ueberzug, den man au dieser

Zeichnung nicht als solchen erkennen kann. Fig. 6. II. pom. Die Ectoderuizellen haben sich bedeutend vermehrt und |

schliesseu das geschlossene Entoderm ein. Mau erkennt die Differeaziros?

des Ectoderms in einen oberen kleinzelligen und einen unteren TheilFig. 7. Embryo von Hei. ncmoralis. Mit Anlage von Mantel, Fuss, VeloE

und Muudmasse.

Fig. 8. Embryo von Hei. uem. Man erkennt schon die Uraiere und die Differenzirung des Eutodermes in einen vorderen grosszelligen und einen hintere» kleinzelligen Abschnitt.

Fig. !). Hei. nein. Im Mantel ist die Schalenanlage sichtbar, bei der Mnndmasse die Ganglien. Per kleinzellige obere Theil des Entoderms hat sich in einen stumpfen zum Mastdarm werdenden Fortsatz ausgezogen.

Fig. 10. Hei. pom. Das Heiz ist sichtbar.

Fig. 11. Hei. pom. Herz und >'iere auf einem spateren Stadium.

Fig. 12. llel. nem. Die Muudmasse herauspiäparirt. Man sieht das Velmn.

Fig. 13. Hei. nem. Das Velum und die Oeffnuug der Mundinasse.

Fig. 14. Hei. uem. Der Mantel mit der Schalenanlage.

Fig. 15. Die unter dem Schlünde gelegenen Theile des jServeusystems von Hei. pomatia. Die Verbindung mit dem Hirne ist durch die Durchschueidung der Schlundcommissureu (co' und co") aufgehoben. Ansicht von oben.

Fig. 16. Schematische Uebersicht des Nervensystems von Helix. Das sympathische Ganglieusysteui ist roth colorirt, das Fussgauglion mit seinen Commissuren gelb, und das Hirn mit der Bauchganglienkette blau. Die Anordnung und Verbindung der Gauglien ist bei den Limnaideu die gleiche. Die Fussganglien hat mau sich, statt wie es hier geschehen, nach aussen geschlagen, in der Mittellinie einander sehr angenähert resp. durch eine kurze Commissur verbunden zu denken.

Fig. 17. Der Geschlechtsapparat einer jungen, noch nicht lauge freilebenden Helix pomatia. Die Eiweissdriise ist noch klein, die Sameublasen relativ sehr gross. Das Flagellum ist noch kurz, die glandulae mueos. und der Pl'eilsack sind erst im Begriffe sich zu bilden.

Fig. 18. Anlage der Glandul. mueos. Hei. pom.

Fig. 19. Erste Anlage des Flagellum. Hei. pom.

Fig. 20. Theil des Gcschlechtsappaiates einer jungen Delix nenioralis. Nahe der Eiweissdriise munden beide Sameublasen und der Gang der Zwitterdruse.

Heber die Begriffe Species und Varietes im Pflanzenreiche.

Von

Dr. W. O. Focke in Bremen.

Ueber Artrecht, das Wesen der organischen Art, das Speciesdogma, den Unterschied zwischen Arten und Varietäten, Variabilität der Arten und ähnliche Themata ist in neuerer Zeit unendlich viel geredet und geschrieben worden. Die Unfruchtbarkeit der grossen Mehrzahl dieser Erörterungen ist gewiss sehr oft darin begründet, dass zwar Jedermann genau zu wissen glaubt, was eine „Species" ist, dass aber dennoch der Begriff der Species ganz ausserordentlich verschieden aufgefasst zu werden pflegt. Eine Erscheinung, an welche wir bei philosophischen und namentlich bei theologischen Streitigkeiten längst gewöhnt sind, tritt bei der Behandlung jener Fragen auch auf naturwissenschaftlichem Gebiete hervor; es ist die Verwechselung von Begriff und Benennung:

Mit Worten lässt sich trefflich streiten,

Mit Worten ein System bereiten,

An Worte lässt sich trefflich glauben,

Von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.

Dieser Erfahrungssatz bewährt sich aufs Glänzendste in einer grossen Zahl von Abhandlungen über die Speciesfrage; man wird sich auch schwerlich der Wahrnehmung entziehen können, dass sich gerade da, wo die Begriffe fehlen, eine besonders reiche Fülle von Worten einzustellen pflegt. Seit Linne unter den organischen Formencomplexen Genera, Species und Varietates unterschieden hat, glaubt jeder Zoologe und Botaniker Dasselbe thun zu müssen. Die Folge dieses an sich ganz vernünftigen Verfahrens ist nun aber, dass die grosse Mehrzahl der Naturforscher sich daran gewöhnt, die lebendige Natur gleichsam als nach Büchern und Systemen geordnet aufzufassen, während doch die formale sprachliche Beschreibung und Benennung der Naturkörper zunächst nur ein Hülfsmittel zum Studium sein kann. So ist denn auch dk Vorstellung von der Wirklichkeit der Species, als eines scharf abgegrenzten Individuencomplexes, mehr und mehr eingewurzelt Merkwürdiger Weise glaubt man jetzt vielfach in der Theorie fest an die Existenz der Species, obgleich man zugeben muss, das man in der Praxis noch nicht weiss, was die eigentliche, dk wirkliche Species ist. Was Linnk eine Art nannte, hält Jorda? in der Mehrzahl der Fälle für eine Artengruppe; er ist der Meinung, dass jede solche Artengruppe am richtigsten als besondere Gattung oder mindestens als ein Subgenus aufzufassen sei. Da nun aber viele Botaniker noch den weiten LiNNii'schen Artbegriff festzuhalten suchen, so nennen sie Species, was Jordan als Genus betrachtet, während sie die JoRDAN'schen Species nur als Varietates gelten lassen. Zwischen diesen Gegensätzen suchen Viele eine vermittelnde Stellung einzunehmen, die in der Regel durch ein ziemlich willkürliches und wenig consequentes Verfahren bezeichnet ist, aber den Vorzug hat, dem Durchschnittsmaass der Formenkunde unter den systematischen Botanikern zu entsprechen. Die Theoretiker lassen nun diese Meinungsverschiedenheiten wo möglich auf sich beruhen; sie schreiben ausführliche und gelehrte Abhandlungen über das Wesen und die Eigenschaften der Species und über das Wesen und die Eigenschaften der Varietas; allein sie betrachten es als eine offene, der Zukunft zur Lösung vorbehaltene Frage, ob die 'LiNNE'schen oder die JoRDAN'schen Arten die „wahren" Species sind. Da nun die JoRDAN'sche Species mit der Varietas der Linneaner zusammenfällt, so muss Alles, was über die Linne'sche Varietas und deren Eigenschaften ausgesagt wird, natürlich von der JoRDAN'schen Species gelten. Kümmert man sich nicht um diese Verschiedenheit im Gebrauche der Bezeichnung Species, so kann selbstverständlich von einer induetiven Entwickelung des Begriffs der Art keine Rede sein. Die Species-Idee wird durch eine solche Behandlung der Sache eine rein aprioristische oder dogmatische; inzwischen ist es wundersam, zu beobachten, wie selbst scharfsinnige Gelehrte davon gar Nichts merken und ganz unbefangen meinen, ihr dogmatischer Speciesbegriff sei der Erfahrung entlehnt. Es handelt sich nämlich nicht um den Artbegriff als solchen, sondern um zwei besondere Eigenschaften, welche der Species zugeschrieben werden. Die organische Species soll nämlich nach der Doctrin erstens durch scharfe, unverrückbare Grenzen von allen übrigen Species getrennt, somit ein absolutes und reales Wesen sein, zweitens soll sie, trotz

aller Veränderlichkeit in untergeordneten Merkmalen, so beständig sein, dass ein Uebergang in andere Formen selbst im Laufe geologischer Zeiträume unmöglich ist. Es fragt sich, welche Gründe für diese Ansicht sprechen. Eine Prüfung der beobachteten Thatsachen muss ergeben, ob die Thier- und Pflanzen-Arten in der That jene ihnen zugeschriebenen Eigenschaften besitzen. Wer als Naturforscher aus den wirklichen Beobachtungen seine Begriffe ableiten und damit die „Realität der absoluten Species" vertheidigen will, der darf auch keinerlei Zweifel darüber obwalten lassen, ob er sich zur Species Homo sapiens oder zur Species Homo Mediterraneus (H. euplocamus) rechnet. Wer diesen ersten Schritt in der Deutung der Thatsachen scheut, dessen Darstellungen des Speciesbegriffs können in formaler und sprachlicher Beziehung sehr gelehrt und geistreich sein, müssen aber in sachlicher Hinsicht nothwendig auf der Stufe des Gefasels stehen bleiben.

In der Theorie herrscht verhältnissmässig viel Einstimmigkeit darüber, durch welche Merkmale ein Formenkreis als Species charakterisirt wird, denn die Doctrin vom Wesen der Art ist für Diejenigen, welche die „Realität der absoluten Species" festhalten, in neuerer Zeit nicht wesentlich modificirt worden. Die Grundlage des Speciesbegriffes ist natürlich stets die Idee einer gemeinsamen Abstammung aller zur Species gehörigen Individuen; es fragt sich nur, durch welche Mittel die gemeinsame Abstammung bei den gegenwärtig existirenden Organismen erkannt werden kann. Man wird indess kaum viel Widerspruch zu befürchten brauchen, wenn man folgende Eigenschaften eines Formenkreises als entscheidend für seinen Artwerth bezeichnet: 1) die vollständige morphologische Aehnlichkeit aller Individuen des Formenkreises unter einander; 2) das Vorhandensein erheblicher und beständiger, vorzugsweise morphologischer Eigenthümlichheiten, durch welche die Individuen des Formenkreises von allen andern Organismen unterschieden werden können (Mangel an Uebergangsformen); 3) die Beständigkeit der unterscheidenden Merkmale in der Folge der Generationen; 4) die Unbeständigkeit der innerhalb des Formenkreises etwa vorhandenen Verschiedenheiten in der Folge der Generationen; 5) fruchtbare gegenseitige Kreuzung aller einander sexuell entsprechenden Individuen des Formenkreises mit Erzeugung fruchtbarer Nachkommenschaft; 6) verminderte Fruchtbarkeit der etwaigen Kreuzungsproducte aus allen Individuen des Formenkreises mit denen ähnlicher Formenkreise. Sobald ein Formenkreis alle diese Eigenschaften besitzt, wird man über sein „Art

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