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hing der Luftröhren in einem ausgewachsenen Flügelansatz des Calotermes Hagenii, Fig. 49).

Die anfangs sehr winzigen Fortsätze der Hinterbrust holen allmählich die der Mittelbrust ein und sind schliesslich von ihnen nur durch eine etwas verschiedene Anordnung der Luftröhren zu unterscheiden. Bei erwachsenen Larven reichen die Flügelansätze der Hinterbrust bis zum Ende des zweiten Hinterleibsringes. Fig. 10, von Calotermes Hagenii, der sich hierin ganz wie Calotermes rugosus und andere Calotermes verhält.)

Die seitliche Lage der Flügelansätze unterscheidet die Larven der Calotermes von denen derTermes, Eutermes undAnoplotermes (Fig. 11), bei welchen sie dem Rücken aufliegen. Bei letzteren Gattungen verlängern sich in der letzten Zeit des Larvenlebens (bei den sogenannten Nymphen) die Flügelscheiden bedeutend, so dass sie fast bis zum Ende des Hinterleibes reichen; bei Calotermes findet eine solche Verlängerung nicht statt, dagegen eine sehr merkliche Verdickung.

Bei den Soldaten des Calotermes rugosus schwinden auch die Flügelfortsätze der Mittelbrust, wie die der Vorderbrust, bis auf einen schmalen, nach hinten etwas breiteren Saum (Fig. 7, 8). Diese verkümmerten Flügelfortsätze der Soldaten von Calotermes rugosus (Fig. 30) sind bei aller Unscheinbarkeit recht merkwürdige Gebilde. Einerseits verrathen noch die vier Borsten ihres Randes ihre Herkunft aus den ansehnlichen flügelfönmgen Fortsätzen der jungen Larven, andererseits lässt der Verlauf ihrer Luftröhren nicht nur die Gattung Calotermes erkennen (an dem langen Aste, den die Subcosta (sc) ins Randfeld abgibt), sondern beinahe die Art (daran, dass sich kurz nach Abgabe dieses Astes die Mediana (m) an die Subcosta (ac) anlegt; denn nur bei C alotermes rugosus und nodulosus findet eine ähnliche Verbindung dieser beiden Adern statt).

Suchen wir die eben dargelegten „ontogenetischen" Thatsachen für die Urgeschichte (Phylogenie) der Insecten zu verwerthen.

Die flügelförmigen Fortsätze der jüngsten Larven von Calotermes rugosus sind nicht von diesen erworben, sondern von ihren Vorfahren ererbt worden. Die Fortsätze der Vorder- und die der Mittelbrust sind gleichwertige Gebilde. — Aus den Fortsätzen der Mittelbrust entwickeln sich die Vordertlügel. — Fassen wir diese drei, wie mir scheint, unanfechtbaren Sätze zusammen, so ergibt sich als Antwort auf die Frage nach der Herkunft der Insectentlügel:

1) Die Flügel der Insecten sind nicht aus „Tracheenkiemen" entstanden '). — Die flügeiförmigen Fortsätze der jüngsten Larven sind gerade die einzigen Theile, denen Luftröhren vollständig fehlen, während sie im ganzen übrigen Leibe reichlich entwickelt sind (s. u.).

2) Die Flügel der Insecten sind entstanden aus seitlichen Fortsätzen der Rückenplatten der betreffenden Leibesringe. — Aehnliche Fortsätze treten in grosser Zahl und Mannichfaltigkeit bei den Krustern auf, den ganzen Leib oder Theile desselben schildförmig deckend oder schalenartig umschliessend. Falls also, was allerdings noch des Beweises bedarf, die Insecten von Krustern abstammen, würde man die Flügel der ersteren als den Seitentheilen des Rückenschildes der letzteren entsprechende Bildungen ansehen dürfen.

Welche Verrichtung den liügelförmigen Fortsätzen oblag, mit denen die Vorfahren der Termiten ausgestattet waren, darüber lassen sich natürlich für jetzt nur ganz unsichere Vermuthungen aussprechen. — Der Uebergang vom Leben im Wasser zum Leben in trockener Luft ist jedenfalls durch den Aufenthalt an feuchten Orten vermittelt worden. Die Gestalt unserer jüngsten Larven würde nun ganz wohl gepasst haben für den Aufenthalt zwischen feuchtem moderndem Laube. Hier oder an ähnlichen feuchten Orten dürften die flügeiförmigen Fortsätze in ähnlicher Weise der Athmung gedient haben, wie die seitlichen Fortsätze der Rückenplatte (die „Seitentheile des Panzers") bei Zoea und Tanais. Für diese Deutung der flügeiförmigen Fortsätze als Athmungswerkzeuge in feuchter Luft dürfte namentlich auch ihr vollständiger und bei ihrer Grösse sehr auffälliger Mangel an Luftröhren anzuführen sein. Denn wenn später neben ihnen und mit der Zeit sie vollständig ersetzend, sich die Athmung durch Luftröhren ausbildete, und wenn diese auch sonst überallhin im Leibe sich verzweigten, so blieben sie doch natürlich jenen Flügelfortsätzen fern, so lange diese selbst in anderer Weise die Athmung vermittelten. Erst, als sie einer anderen Verrichtung dienstbar wurden, zu Flügeln sich umwandelten, erhielten auch sie Luftröhren, wie wir es noch heute an diesen Urflügeln der Mittelbrust bei Calotermes rugosus sehen.

11 Eine ausführliche Besprechung der Ansicht Gegenbaür's, dass das geschlossene Tracheensystem vieler Insectenlarven als Vorläufer des nach aussen comnmuicirendeii zu betrachten sei, und dass d^ie Flügel der Insecten aus Tratheenkiemeu hervorgegangen, behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor.

Beine (Fig. 31—35). Die vier Fnssglicder sind bereits bei den jüngsten Larven deutlich geschieden; die Sohle der beiden ersten springt noch nicht nach unten vor (Fig. 31), wie es auch später (Fig. 34, 35) nur in massigem Grade bei Calotermes. meist in weit höherem Grade bei den übrigen hiesigen Termiten der Fall ist. Die drei Enddornen der Schienen, anfangs fehlend oder kaum angedeutet, treten sehr zeitig als winzige Höckereben auf, erreichen aber erst bei den ausgewachsenen Larven ihre volle Grösse. Der Haftlappen zwischen den Fussklauen (Fig. 35 A) fehlt den Larven und Soldaten. — Das Merkwürdigste an den Beinen der Termiten ist ein Gebilde, das in den Schienen aller Beine bei allen Ständen aller mir bekannten Arten vorkommt und dessen Lage meist schon äusserlich an einem queren Eindruck etwas unterhalb des Kniees, an der Streckseite der Schiene zu erkennen ist. Dasselbe bildet einen birn- oder flaschenförmigen, seltener fast kugligen Körper, der mit kurzem Stiel oder Hals an der bezeichneten Stelle mit der Wand der Schiene verbunden ist. Es scheint nervöser Natur zu sein und erinnert in seiner Lage an das Hörorgan der Laubheuschrecken; mein Mikroskop genügt nicht, um eine befriedigende Einsicht in seinen feineren Bau zu gewinnen. Die aus dem Schenkel in die Schiene eintretende Luftröhre spaltet sich sofort in zwei Aeste, die sich in der Mitte oder gegen das Ende der Schiene wieder vereinigen und von denen der eine in der Gegend des fraglichen, ihm dicht anliegenden Gebildes blasig anschwillt. Diese Anschwellung der Luftröhre fehlt noch bei den jüngsten Larven des Calotermes rugosus (Fig. 32).

In der Hegel besteht bei den Termiten kein erheblicher Unterschied zwischen den Beinen desselben Thieres (die Hinterbeine sind etwas länger, die Vorderbeine bisweilen abweichend beborstet): nur bei den Arbeitern von Anoplotermes paeificus ist die ganze Vorderschiene merklich verbreitert und die Anschwellung der Luftröhre erstreckt sich bis fast an's Ende derselben (Fig. 32 >.

Hinterleib. Ueber die Formwandlungen des Hinterleibes ist nur zu sagen, dass er sich allmählich mehr und mehr der Walzenfonn nähert, wie sie für die erwachsenen Larven und Soldaten von Calotermes bezeichnend ist. Wann der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen in der Bildung der achten Bauchplatte des Hinterleibes zuerst sich bemcrklich macht, kann ich nicht sagen, da ich nicht darauf geachtet habe.

Aus gleichem Grunde kann ich nicht über etwaige, jedenfalls unerhebliche Veränderungen des Rtickengefässes und des Nervensystems berichten.

VerdauungsWerkzeuge. Darmrohr. Die enge Speiseiöhre der jüngsten Larve von Calotermes rugosus erweitert sich in der Mitte der Brust allmählich, um ohne scharfe Grenze in den spindelförmigen Vormagen (Fig. 38 vm) überzugehen, der in der Mhe seines hinteren Endes mit einem Kranze von Kauleisten (Fig. 38 kl, Fig. 40, 41) versehen ist. Der Vormagen liegt nicht in der Mittellinie, sondern ist schief nach links und hinten gerichtet (Fig. 6 vm) und reicht bis in den dritten Hinterleibsring. Sein Ende ist meist ziemlich stark in den Anfang des folgenden Darmabschnittes, des Magens oder Mitteldarmes, eingestülpt. Der Mitteldarm (Fig. 38 md) wendet sich nach oben, läuft dicht unter der Rückenwand des dritten Hinterleibringes nach rechts und wenig nach vorn, um dann wieder nach links und unten umzubiegen; er bildet so eine fast vollständige Schlinge, und das durch die Einmündung der Harngefässe bezeichnete Ende liegt seinem Anfange nahe. Hinter der Einmündung der Harngefässe erweitert sich der Darm zu einem kugligen Sack oder Blinddarm (Fig. 38 bd), dessen Eingang und Ausgang nahe beisammen liegen; der nun folgende dünnere Theil des Enddarmes (Fig. 38 ed) beschreibt riueu kurzen nach vorn gerichteten Bogen und läuft dann anfangs an der rechten Seite, zuletzt in der Mittellinie nahe der Kückenwand nach hinten und endet mit einem kurzen erweiterten Endstück. Schon sehr zeitig, sobald die Kinnbacken erhärtet sind, findet man Holz im Darme.

Der anfangs kuglige Blinddarm nimmt rasch an Grösse zu und füllt schon bei halbwüchsigen Larven den grösseren Theil des Hinterleibes, vom dritten Ringe an bis fast an's Ende, in seiner ganzen Breite aus. Bei den Soldaten scheint sein Umfang wieder etwas abzunehmen, und in höherem Grade ist dies bei den genügelten Männchen und Weibchen der Fall.

■Während die übrigen Arten der Gattung Calotermes in dieser Beziehung mit Calotermes rugosus übereinstimmen, zeigen dagegen die Arten der Gattungen Termes, Eutermes, Anoplotermes eine so überraschende Mannichfaltigkeit im Baue ihres Darmrohres, wie sie vielleicht nirgends sonst innerhalb eines Kreises äusserlich so ähnlicher Thiere sich findet. Allen hiesigen Arten genieinsam und sie von Calotermes unterscheidend ist die Gestalt des Vormagens (Fig. 39 vm), dessen linke Seitenwand verkürzt, die rechte kuglig aufgetrieben ist, so dass Eingang und Ausgang nicht mehr einander gegenüberliegen, sondern ersterer vorn, letzterer links. Bisweilen ist der mit Kauleisten bewehrt* Endabschnitt ziemlich scharf abgesetzt, so dass man mit Hagen den Vormagen in Kropf und Kaumagen scheiden könnte.

Die K&uh?'sten (Fig. 40, 41) sind bei den allerjüngsten Larven des Calotermes rugosus noch weich und farblos und deshalb leicht zu übersehen. Doch bräunen sie sich, wie der Rand der Kinnbacken, sehr zeitig, noch ehe die Zahl der Fühlerglieder wächst; und gerade solche junge Larven sind dann besonders geeignet, ein klares, übersichtliches Rild derselben zu geben. Man unterscheidet sechs Kauwülste erster Ordnung ikw I), die aus einem schmalen aber höheren vorderen und einem flacheren kreisförmig verbreiterten hinteren Theile bestehen; letzterer bleibt farblos; die gleichlaufenden Ränder des vorderen Theiles werden durch dunklere harte Leisten gebildet. — Mit diesen ersten sechs wechseln sechs Kauwülste zweiter Ordnung (ku> II) ab, von jenen durch den Mangel der grossen flachen Scheibe am hinteren Ende unterschieden und endlich wechseln mit diesen zwölf grösseren wieder zwölf bedeutend kleinere Kauwülste dritter Ordnung (ktt III) ab. — Obwohl im Einzelnen bei verschiedenen Arten von Tcruies und Eutermes ziemlich verschieden gestaltet, lassen sich deren Kauleisten doch alle auf die von Calotermes als ihre Grundform zurückführen, wobei die sechs überall deutlich entwickelten blassen Endscheiben einen bequemen Anhaltspunct bieten. Der soldatenlosen, Erde fressenden Gattung Anoploterines fehlen die Kauleisten.

Speicheldrüsen (Fig. 42). Nach den Angaben Hagbh's über Termes bellicosus') würden erhebliche Verschiedenheiten im Bau der Speicheldrüsen bei den verschiedenen Ständen derselben Art bestehen; ich habe solche nirgends bei den von mir untersuchten Arten gefunden. Die Termiten scheinen allgemein zwei sehr ansehnliche Speicheldrüsen zu besitzen, die ihrer Hauptmasse nach im Anfang des Hinterleibes, rechts vom Vormagen zu liegen pflegen, sowie zwei grosse dünnhäutige Speichelblasen, die nach hinten noch über die Speicheldrüsen hinausragen. In der dünnen Wand der Speichelblasen konnte ich nie eine Spur von drüsigen Bau gewahren. Dis Speicheldrüse bildet bald eine zusammenhangende tiefgelappte Masse, wie bei Calotermes, bald ist sie mehr weniger vollständig in einzelne rundliche, den End

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