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Reflexschwellen enthirnter Frösche.

a) Das Reizmittel ist Kalilauge. Die Thiere werden mit dem Fuss immer gleich tief in ein Gefäss eingetaucht, welches 200 Ccm. destillirtes Wasser enthält, dem das Reizmittel von bekannter Stärke in abgemessenen Quantitäten vor jedesmaligem Eintauchen zugemischt wird, wie sich aus den folgenden Tabellen ergibt. Die Zeit, während welcher der Reiz bis zur Reflexbewegung einwirkt wird mit dem Metronom gemessen. Die Thiere werden nach erfolgtem Eintauchen sofort wieder abgespült. Das bei den Versuchen verwendete Aetzkali enthielt etwa 5°/0 kohlensaures Kali, welche Verunreinigung bei den folgenden Procentberechnungen der wirksamen Kalilauge in Abrechnung gebracht worden ist.

1.

In 200 Ccm. destillirtem Wasser.

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Es ist aus dieser Tabelle ersichtlich, dass nach Einwirkung des Agens eine gewisse Zeit verstreichen muss bevor Reflex erfolgt, und zwar ist diese Zeit um so grösser je schwächer das Reizmittel, und umgekehrt um so kürzer je stärker dasselbe ist, was mit den Untersuchungen von Baxt und von J. Rosenthal übereinstimmt. Im Mittel lässt sich etwa als unteren Reflexschwellenwerth eine 0,Iprocentige Kalilauge setzen.

2.

In 60 Ccm. destillirtem Wasser. Das enthirnte Thier zeigt sofortige Reflexbewegungen nach Einwirkung von 6 Ccm. lprocentiger Kalilauge oder was dasselbe sagt, O,09procentige Kalilauge löst sofortigen Reflex des Thieres aus.

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Anch diese Zusammenstellung zeigt die schon erwähnte Eigenthümlichkeit in der Reflexfolge, sowie eine unterschiedliche Empfindlichkeit der einzelnen Thiere.

Erwartet man innerhalb 30 Secunden eine Reflexbewegung bei Einwirkung von Kalilauge, so muss diese mindestens 0,07procentig sein.

In 180 Ccm. destillirtem Wasser '/aprocentige Kalilauge.

No. '. | No. 3. no. 3. No. ». . no. 5. No. 6. no. 7.

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zeigen noch Reflexbewegungen nach: 30 See. 30 See. 30 See. 30 See. SO See. ' 30 See. , 30 See.

Reflex nach

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Aus dieser Tabelle lässt sich als unterster Reflexschwellenwerth auf Kalilauge bezogen eine mindestens 0,06procentige Kalilauge berechnen.

(Nr. 3 und 4 machten auch bei fortgesetzter Concentration keine Reflexbewegung).

b) Das Reizmittel ist Schwefelsäure.
1.

In 100 Ccm. destillirtem Wasser 0,125procentige Schwefelsäure.

[table]

Als unterster Reflexschwellenwerth ergibt sich nach dieser Tabelle für decapitirte Frösche 0,05procentige Schwefelsäure.

Ich führe für Schwefelsäure einige Beispiele an, die ähnlich wie einige der Kalilauge auch eine grössern Reflexschwellenwerth als den soeben gefundenen, aufstellen lassen.

Die Verschiedenheit dieser Zahlen mag z. Th. auf der Verschiedenheit der Temperatur, in der sich die Frösche vorher befanden, so wie die geschlechtliche Verschiedenheit zurückzuführen sein.

In der nun folgenden Tabelle sind die Thiere sämmtlich Weibchen, während ich vorher ohne Rücksicht auf die Geschlechtsverschiedenheit die Thiere wählte.

2.

In 30 Ccm. dest. Wasser 0,125- und 0,25procentige Schwefelsäure. 160

[table]

C. Fratacber, Continuirliche u. langsame Nervenreizung.

Der unterste Reflexschwellenwerth berechnete sich nach dieser Zusammenstellung als eine 0,06procentige Schwefelsäure. Aehnliche verhält es sich in dem Beispiel (3), aus welchem sich ein unterer Reflexschwellenwerth von 0,0786procentiger Schwefelsäure ergibt für männliche Frösche. m

3.

In 130 Ccm. destilirtem Wasser 0,5procentige Schwefelsäure.

[table]

ReflexHchwellen unverletzter Frösche.

Die Aufzählung der Reflexschwellenbestimmungen für unverletzte Frösche lässt sich kürzer fassen. Ich habe im Wesentlichen dasselbe für diese constatiren können, wie für decapitirte Thiere.

a) Das Reizmittel ist Kalilauge.
In 130 Ccm. destillirtem Wasser l,Oprocentige Kalilauge.

Thier«. | No. 1. No. 1 No. S.

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b) Das Reizmittel ist Schwefelsäure. In 75 Ccm. destillirtem Wasser 0,25procentige Schwefelsäure.

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Für Thier Nro. *2 ergibt sich ein unterer Reflexschwellenwerth von O.OCprocentiger Schwefelsäure, für die Thiere 1 u. 3 also ein etwas höherer Werth.

Ueber das Vorkommen des Aethylalkohols resp. seiner Aether im Pflanzenreiche.

Von

Dr. H. Tatzeit.

Der Aethylalkohol, dieser Hauptrepräsentant jener grossen

Klasse von organischen Verbindungen, die nach ihm ihren Namen

führt, der zur Zeit als die maxivalente Verbindung des zweifachen

Kohlenstoffs mit Wasserstoff aufgefasst wird, in welcher ein H

i

durch die monovalente Gruppe ÖH ersetzt ist'), kann bekanntlich, wie Bbrthelot, Hofhann, Wurtz, Lourenco und andere Forscher gezeigt haben, künstlich auf die mannigfachste Weise dargestellt werden und findet sich, wie schon die Alten wussten, neben andern Produkten überall da, wo Zucker haltende oder Zucker gebende Substanzen unter geeigneten Bedingungen der geistigen Gährung überlassen sind.

In manchen dieser Gährungsprodukte kommt er nicht allein im freien Zustande, sondern auch in Form von Aethern vor. Im fertigen Wein z. B. als Aethyl-Acetat, Aethyl-Butyrat, Aethyl-Caprinat und Aethyl-Caprylat. —

Ausser in gegohrenen organischen Flüssigkeiten ist er bis jetzt nur im Thierreiche aufgefunden worden. Lallemand, Perrin und Düroy zeigten bekanntlich das Vorkommen desselben im Harn, im Blut und allen Organen nach dem Genuss von Spirituosen; Lieben fand, dass nach dem Genuss selbst sehr massiger Mengen geistiger Getränke, stets Alkohol im Harn nachzuweisen ist2) und GeuThbr lehrte das Vorkommen desselben im frischen Harn von Diabetikern kennen3).

Im Pflanzenreiche dagegen sind bis dahin sichere Beobachtungen über ein anderes Vorkommen des Aethylalkohols oder seiner Aether nicht gemacht worden.

1) A. Geutheb, Lehrbuch der Chemie. S. 173.

2) Annalen d. Chem. und Pharm. 7. Supplementbd. S. 286. 31 Jenaische Zeitschritt f. Med. u. Naturw. IT, 4. S. 407.

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