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wie die folgende Zusammenstellung zeigt. 1) Die Differenzen der procentischen Ausdehnungen sind fast durchgehend ausserordentlich geringfügig:

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Ferner entsteht die Frage: gilt der oben aufgestellte Satz für alle Venen?

So weit meine Beobachtungen reichen, ist diese Frage zu bejahen. Direct nachgewiesen habe ich, dass sich Saphena magna an Ober- und Unterschenkel, ein Hautast der ersteren, Cephalica an Ober- und Unterarm, Basilica und ein Muskelast der Brachialis übereinstimmend verhalten. Die Differenzen, welche in dem steileren oder flacheren Ansteigen der Curve sich zeigen, stören bekanntlich das allgemeine Parabelgesetz nicht im mindesten, sie hängen von einer Constante ab, welche hier wiederum eine Function der Stärke und des anatomischen Baues der Venenwand ist. Dass sich, bei übrigens ganz gleichen Bedingången, ein dünnerer Haut- oder Muskelast bei gleicher Belastung stärker ausdehnen wird, als Saphena magna, liegt ja auf der Hand. Die Curven wären nur dann direct vergleichbar gewesen, wenn die Zahlen auf dieselbe Volumen einheit, nicht nur Längeneinheit, berechnet worden wären. Das Volumen eines Gebildes, wie eine Vene, aber auch nur annähernd richtig zu bestimmen,

1) Die Untersuchungen II und VII sind nicht in extenso mitgetheilt worden. Vgl. S. 33.

dazu fehlten mir durchaus die Mittel. Aus diesem Grunde habe ich selbstverständlich auch von jeglichem Versuch, die Elasticitätscoefficienten der verschiedenen Venen zu bestimmen, Abstand nehmen müssen. Ausserdem aber handelt es sich nicht nur um rein verschiedene quantitative Differenzen der Wandungsstäke, sondern, wie ja im Allgemeinen bereits bekannt (und wie mir später mitzutheilende eigene Untersuchungen speciell nachgewiesen haben) um sehr wesentliche qualitative, Structurdifferenzen, die durchaus nicht mit den quantitativen Hand in Hand gehen. Nun besitzen ja die verschiedenen in den Aufbau der Venenwandung eingehenden Gewebe sehr verschiedene Elasticitätscoefficienten, wie das der für das eine derselben ratégoxhv geltende Name „elastisches Gewebe“ man weiss nicht recht ob zu leugnen oder anzuerkennen scheint.

Sonach mussten selbstverständlich die einzelnen Curven verschiedene Gestaltung annehmen, wenn sie auch alle derselben Gattung angehören.

Aber die Unmöglichkeit, genügend genaue Masse von dem Volumen der Vene zu erhalten, zweitens die Unmöglichkeit, die einzelnen Gewebe isolirt in genügender Menge auf ihr elastisches Verhalten zu untersuchen, drittens die Unmöglichkeit, die einzelnen Antheile der durcheinander gewebten Substanzen (elastisches , Bindegewebe, Muskeln) zu messen - machen die Aufgabe, Beziehungen zwischen morphologischem und elastischem Verhalten der Venenwand nicht nur als vorhanden nachzuweisen, sondern dieselben exact, mathematisch greifbar, darzustellen, zu einer unlösbaren. Nur so viel habe ich constatiren können, dass von allen untersuchten Venen der 1,5 Mm. im Durchmesser betragende Muskelast der V. brachialis die besten, reinsten Resultate gab, eine sehr vollkommene Elasticität bis zu hohen Belastungen bewahrte, relativ schnell verlaufende elastische Nachwirkung zeigte. Hier liegt ein Fall vor, wo die Beziehungen zwischen dem Bau und dem physikalischen Verhalten der Wandung klar zu Tage treten, weil der erstere relativ einfach ist, wie in den ferneren Beiträgen zur Kenntniss des Venensystems des Näheren erörtert werden soll.

Aber bei all’ den Verschiedenheiten, welche die untersuchten Venen quantitativ und qualitativ darbieten, lässt sich ein und dasselbe Gesetz für die Ausdehnungen nachweisen – und wir dürfen ganz gewiss das für die untersuchten Venen übereinstimmend gefundene auf die übrigen Venen des Körpers ausdehnen.

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Sind wir vielleicht aber sogar berechtigt, für das Gesetz die Giltigkeit in noch weit ausgedehnterem Masse, für alle anderen organischen Körper, vielleicht für alle Körper überhaupt zu beanspruchen? Diese allgemeine Frage zu beantworten liegt allerdings nicht in dem Zwecke meiner Untersuchung, - abgesehen von allem Anderen würde dies doch allzuweit von der Aufgabe der allgemeinen Anatomie abliegen.

Trotzdem erschien es mir absolut nothwendig, zur Controle der Venen Versuche ähnliche an einem Körper anzustellen, der nicht so vielen fremden Einflüssen zugängig ist wie jene. Ich wählte hierzu das Gummi elasticum, welches sich durch sehr vollkommene, aber quantitativ geringe Elasticität, also durch relativ grosse Verlängerung bei kleinen Belastungen auszeichnet. Zu meiner grossen Ueberraschung fand ich nun beim Gummi ein auf den ersten Blick durchaus abweichend erscheinendes Verhalten, wenigstens bei kleinen und mittleren Belastungen; erst bei stärkeren Gewichten fand sich auch hier eine nach unten concave Curve. Uebrigens hat bereits früher (eine Thatsache, die mir bei Anstellung meiner Versuche noch unbekannt war) Horvath ') Stränge und Röhren von vulkanisirtem Kautschuk auf Elasticität untersucht und gefunden, „dass die Dehnbarkeit des Kautschuks dem Gewichte nicht direct proportional verläuft und dass die Elasticität des Kautschuks, vom Anfange an gerechnet, immer abnimmt, bis zu einer gewissen Grenze, um dann wiederum fast in derselben Weise zuzunehmen“ (1. c. S. 757). Zu einer ähnlichen Resultate bin ich für das Gummi gleichfalls gelangt. Ich habe verschiedene Versuche an cylindrischen und bandartigen Gummistücken (Röhren hatte ich nicht zur Verfügung) angestellt; alle ergaben dasselbe Resultat, wie die hier folgenden Tabellen No. IX – XII nebst den dazu gehörigen Curven (s. Tafel I) zeigen.)

1) Zur Lehre von der Elasticität. Medic. Centralblatt 1873. S. 753_758. - Vgl. oben.

2) Die Horvat h’schen Versuche sind bei weitem nicht so genau ausgeführt, wie die meinigen; wenigstens werden dort nur ganze Millimeter angegeben, während ich auch hier auf 1. Mm. genau gemessen habe. Ob Horvath die elastische Nachwirkung gekannt und berücksichtigt hat, muss zweifelhaft erscheinen, wenn man die unregelmässigen Differenzenzahlen extrahirt, erwähnt

Tabelle IX.

Gummistrang, cylindrisch; Länge (ohne Belastung nicht genau bestimmbar) bei 1,0 Gramm=40,0. Dies wurde als „Anfangslänge" genommen; Entlastung sonach = Belastung mit 1,0. Durchmesser = 1,55 Mm. Temperatur 16°R.

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Gummiband, bei 1,0 Belastung 40,0 lang; 8,0 breit; 0,475 dick.

wird sie jedenfalls nicht. Und wenn 25 Versuche in 8 Minuten, oder 30 in 11 Min. gemacht wurden, ist die Nachwirkung wohl etwas schlecht davon gekommen! Ferner wurde successiv, um 50 Gramm steigend, belastet, ohne dazwischen zu entlasten, so dass jede Controlle fehlt, ob nicht die Elasticitätsgrenze überschritten wurde. Das Resultat der successiven Entlastung um 50 Gramm war dann schliesslich eine Länge von 22 gegen Anfangs 10 „Mm.“ (Sollte es nicht „Centimeter" heissen ? „Mm.“ steht allerdings 5 Mal! das scheint mir aber etwas sehr wenig !)

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Tabelle XI.
Gummiband, bei 2,0 Belastung 63,8 lang; 6,0 breit; 0,875 dick.

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