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Leiche C.

in den mittleren Jahren; Tod: den 25. Mai.
Versuchsreihe VIII.

V. cephalica, vom rechten Oberarm. Die Versuche Nr. 1 — 17 den 27. Mai, Nr. 18 und 19 am 28. Im Uebrigen Alles wie oben.

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III.

Die Folgerungen, welche sich aus den in den Tabellen gegebenen Zahlenreihen, sowie aus deren graphischem Abbild, den Curven ziehen lassen, sind ebenso mannigfaltig wie werthvoll.

In den Anfangsstadien zeigen sich bei den meisten Curven Unregelmässigkeiten, theilweise vielleicht Schuld der Austrocknung oder ein Beweis, dass die Vene erst bei stärkerer Belastung eine genau bestimmbare, geradlinig messbare Länge besitzt (vgl. unten) — oder aber — es handelt sich hier um einen nach unten convex verlaufenden Anfangstheil der Curve, dessen genaue Feststellung unter den obwaltenden complicirten Verhältnissen mit den zu Gebote stehenden Hülfsmitteln nicht möglich war. Im Uebrigen aber zeigen sämmtliche Curven eine sehr gute Uebereinstimmung unter einander, sowie einen ausgesprochenen Verlauf gesetzmässiger Krümmung, wenn wir von den höheren Belastungen, bei denen die elastische Nachwirkung allzu sehr stört, einstweilen absehen wollen.

Von einer gewissen Belastung an bis zu dem Augenblicke, wo die Vene nicht mehr oder nur sehr langsam nach der Entlastung auf die ursprüngliche Länge zurückgeht, d. h. durchschnittlich bis zu einer Ausdehnung um 40—50°/0 ist die die Ausdehnung darstellende Linie eine Parabel, — oder mit anderen Worten: die Venen verlängern sich bei Belastung mit gleichmässig wachsenden Gewichten nicht gleichmässig, sondern proportional den Quadratwurzeln der Belastung.

Ich muss bekennen, dass schon Braune's Curven auf mich viel mehr den Eindruck einer Parabel als einer Hyperbel machten, und die durch meine eigenen Untersuchungen gewonnenen Zahlen haben diese Vermuthung durchaus bestätigt. Ein Mathematiker von Fach, Herr Privatdocent Dr. Frege hierselbst, hat die Güte gehabt, einige Versuchsreihen nachzurechnen und hat eine vollständig genügende Uebereinstimmung zwischen der Beobachtung mit ihren unvermeidlichen Fehlem und der Parabelgleichung constatirt Die Fehlerquadrate betrugen höchstens Zehntel-, meist nur Hundertstel-Millimeter.

Von dem Punkte an, wo die Vene nach der Entlastung sehr langsam oder gar nicht mehr auf die frühere Länge (immer abgesehen von bleibenden Dehnungen) zurückkehrt, geht die Parabel in eine langsam aufsteigende Linie über, die sich, soweit die Beobachtungen reichen, schwer von einer geraden unterscheiden lässt.

Es können gegen dieses Resultat, d. h. zunächst gegen die Untersuchungsmethode, durch welche ich zu demselben gelangt bin, eine Reihe von Einwürfen gemacht werden, Einwürfe, die ich mir selber gemacht habe, deren Berechtigung theilweise unzweifelhaft feststeht, die aber andererseits, soweit ich sehe, Fehlerquellen betreffen, welche niemals bei derartigen Untersuchungen werden vermieden werden können.

Einwürfe und Prüfung derselben.

1) Das Material war nicht absolut frisch.

Als Aufgabe war eine Erforschung der elastischen Eigenschaften der Venen beim Menschen gestellt, da gerade hier eigenthümliche mechanische Verhältnisse vorliegen — eine den Anatomen und Physiologen nicht minder wie den Chirurgen, Gynäkologen und inneren Klinikern bekannte Thatsache. Bei unseren socialen Verhältnissen indess ist es so gut wie unmöglich, abgesehen von ganz besonders glücklichen Umständen (Operationen u. dgl.), absolut frisches Material zu erhalten. Aber auch dieses beginnt augenblicklich abzusterben, auch dieses bleibt während einer Untersuchungsreihe von mehreren Stunden gewiss nicht mehr frisch. Vielleicht ist es sogar besser, 2 oder 3 Tage nach dem Tode zu untersuchen, statt gleich nachher, weil in der späteren Periode das während eines 2—3st(1ndigen Versuches fortschreitende Absterben höchst wahrscheinlich minimale Differenzen zwischen Anfang und Ende des Versuches verursacht, während ein bald nach dem Tode vorgenommener Versuch relativ stärkeren sich abspielenden Veränderungen begegnen würde — oder mit andern Worten, 2 Stunden sind auf 2 Tage wenig, auf einige Stunden sehr viel. Ausserdem geht das Absterben der organischen Gewebe bekanntlich Anfangs sehr schnell, und bei gewissen Geweben, zu denen das elastische und Bindegewebe gehören, von einem gewissen Zeitpunkte an sehr langsam vor sich. Absolut frisches Gewebe gibt es daher eigentlich nur im Lebenden; davon konnte also keine Rede sein.

Aber auch thierische Venen boten aus diesem Grunde keine Garantie; hier hätte, wie es ja für Muskeln von den oben genannten Forschern theilweise geschehen ist, schliesslich doch auch in vivo experimentirt werdenn müsse; da Wer nur Thiere mit grösseren Gefässen in Betracht kamen, d. h. solche, die hierin dem Menschen nahe stehen, musste wiederum aus sehr einfachen änsseren Gründen davon abgesehen werden. Es dürfte also ebenso schwer sein, absolut frisches thierisches Material experimentell zu prüfen, wie solches vom Menschen. — Schliesslich aber muss auf die Ausführungen hingewiesen werden, die an die Besprechung der Wertheim'schen Versuche geknüpft wurden (s. S. 2o\). Und mein Material war höchstens 3 Tage alt und lag kalt; auch zeigten sich keine erkennbaren Unterschiede, ob die Venen nun 1 '/j, 2 oder 3 Tage nach dem Tode untersucht wurden.

2) Hat das Bepinseln mit Jodserum während der Versuche und die Aufbewahrung der Venen in dieser Flüssigkeit störend eingewirkt?

Das% ein kurzes Aufbewahren in Jodserum organische Gewebe ausserordentlich wenig verändert, dürfte allgemein anerkannt sein; so war mir auch nicht erfindlich, dass das frische Serum oder die minimalen Mengen Jod die Venenwandung hätten destruiren sollen. Das einzige Bedenken ist die Quellung, welche die Gewebe im Serum wie in anderen Flüssigkeiten erleiden. Diese Quellung könnte eine Verkürzung des Gefässes herbeiführen. Aber gibt es denn ein geigneteres Mittel zur Aufbewahrung für solche Untersuchungen? Und dass ein regelmässiges Feuchterhalten des Gefässes absolut nöthig war, zeigten die ersten Versuchsreihen, wo sofort eine Verkürzung oder zu geringe Verlängerung beim Eintrocknen der Wandung eintrat. Der feuchte Zustand der Vene ist aber doch gewiss das Natürliche und sie diesem natürlichen Zustande durch ein anderes Mittel näher zu bringen, als durch Jodserum, dürfte noch nicht gelungen sein, ohne anderweitige Nebenwirkungen herbeizuführen.

3) Bei höheren Belastungen ist die vollständige Ausdehnung sowie das Zurückgehen der Vene auf die Anfangslänge nicht abgewartet worden.

Aus W. W eb er's, sowie eigenen, an einem sehr dehnbaren und vollkommen elastischen Körper angestellten Versuchen (s. u.) geht hervor, dass die elastische Nachwirkung bei organischen Körpern nicht nur Stunden, sondern Tage braucht, um die definitive Längenänderung derselben in die Erscheinung treten zu lassen; — ja, streng genommen ist die erforderliche Zeit = oo, die Curve asymptotisch. Es war aber unmöglich, auch nur Stunden auf eine Versuchsnummer zu verwenden, da doch das natürliche BeBtreben vorlag, das Material in möglichst gleichmässigem Zustande zu untersuchen. Ob nun 3 oder 5 Min. belastet, und ob 3 oder 5 Min. nach der Entlastung auf das Zurückgehen der Vene gewartet wurde, war von dem höheren Gesichtspunkte aus gleichgiltig, da auf absolut genaue Resultate, wenn man nicht eben bis zum jüngsten Tage warten wollte, — für höhere Belastungen wenigstens — doch verzichtet werden musste. Es wurde daher durchschnittlich, wo nicht etwas Besonderes in den Tabellen angegeben, bei jeder einzelnen Versuchsreihe dieselbe Zeit auf die einzelne Nr. verwandt. Diese Zeit hat bei grösserer Uebung und Ruhe nicht ab-, sondern zugenommen, wie ein Vergleich der Vorbemerkungen bei den "Reihen zeigt. — Nun erfordern allerdings höhere Belastungen grössere Zeiträume für die Nachwirkung, so dass selbst, wenn ich genau dieselbe Zeit auf Belastet- und Entlastet-Sein der Vene und genau dieselbe Zeit für jede Versuchsnummer derselben Reihe verwandt hätte, durchaus noch nicht die Nachwirkung in jedesmal demselben Stadium gemessen hätte. (Vgl. oben: Wundt gegen Volkmaun.) Dass die Zahlen trotz alledem noch zu Vergleichen brauchbar sind, zeigen meine Curven. Allgemeine Gesetze hingegen aus den Versuchen mit höheren Belastungen ableiten zu wollen, erscheint in Anbetracht der besprochenen Verhältnisse mindestens gewagt — und verzichte ich einstweilen vollständig darauf. Von sehr wesentlicher Bedeutung ist nun noch der Umstand, dass die Venen während des Lebens niemals so lange Zeiträume hindurch und so stark belastet ausgedehnt werden, dass die volle der Belastung entsprechende Ausdehnung eintritt — und dass andererseits ebenso wenig Tage lange Zeiträume vorhanden sind, um das Zurückgehen zu ermöglichen. Da nun das Eine so wenig wie das Andere im Organismus der Fall, ähneln die Verhältnisse sehr denjenigen, wie sie meine Experimente beherrschten — und diese Thatsache gerade macht die Resultate speciell für den Organismus verwerthbar.

Die meinen Untersuchungen zu machenden Einwürfe beziehen sich somit theils auf absolut unvermeidliche Fehlerquellen, theils auf unwesentliche Punkte. Einen positiven Beweis für die Genauigkeit und allgemeinere Gültigkeit meiner Beobachtungen glaube ich in dem glatten, regelmässigen Verlauf der Curven, sowie in dem Umstände erblicken zu dürfen, dass die Zahlen für die Saphena wie für die Cephalica in verschiedenen Reihen, obwohl die Versuche zu verschiedenen Zeiten und an verschieden alten Venen angestellt wurden, sehr gut mit einander übereinstimmen,

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